Politik : Stoiber entschärft seine Kritik an Ostdeutschen

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Berlin Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber hat seine Kritik am Wahlverhalten der Ostdeutschen abgeschwächt und zugleich erneut eindringlich vor einer Stimmabgabe für die Linkspartei gewarnt. „Zugegeben, ich habe sehr pointiert formuliert, und ich bin auch missverstanden worden“, sagte der bayerische Ministerpräsident dem Magazin „Focus“. Auf die Vorhaltung, er stelle die Ostdeutschen in die Schmuddelecke, sagte Stoiber: „Das will ich nicht.“ Die Menschen im Osten hätten „mehr Veränderungen in ihrem persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld zu meistern gehabt als alle anderen“. Allerdings sei die Bundestagswahl „zu wichtig, um nur dem manchmal sicher verständlichen Wunsch nach Protest Ausdruck zu verleihen“.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse warf der Union vor, das Land zu spalten. „Die Äußerungen der Herren Stoiber, Oettinger, Schönbohm verraten eine tief sitzende Verachtung der Ostdeutschen“, sagte der SPD-Politiker. „Indem Herr Stoiber meint, mit der Mobilisierung antiostdeutscher Vorurteile im Westen Erfolge zu erzielen, spaltet er das Land und richtet Schaden weit über den Wahltermin hinaus an.“ dpa/ddp

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