Politik : Stoiber: Grüne sind für CSU nie ein Partner

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München/Berlin - Bayerns scheidender Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat Spekulationen der Grünen über eine Koalition mit der CSU als „Blütenträume“ zurückgewiesen. Diese würden „hoffentlich niemals Wirklichkeit werden“, sagte er. Der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin hatte zuvor dem „Tagesspiegel“ gesagt, mit Stoibers bevorstehendem Abgang eröffne sich nach der Landtagswahl 2008 die Möglichkeit einer schwarz-grünen Koalition in Bayern, falls die CSU die absolute Mehrheit verliere. Seiner Meinung nach passten der designierte bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth „wunderbar zusammen“.

Stoiber sagte dazu: „Das Gerede von Trittin zeigt, dass er von Bayern überhaupt keine Ahnung hat.“ Roth als Ministerin in Bayern sei „für die große Mehrheit keine Verheißung, sondern eine Bedrohung“. Trittin habe aber in einem Punkt Recht: „Mit mir gibt es niemals eine Koalition der CSU mit den Grünen“, betonte Stoiber. „Ich gehe davon aus, dass das auch in Zukunft so bleibt.“

Roth selbst äußerte sich zurückhaltend zu einer schwarz-grünen Option. Sie räumte aber Beckstein gute Chancen ein, das Verhältnis zwischen CSU und Grünen in Bayern zu entkrampfen. „Stoiber hat gegenüber Grün immer besonders dicke Scheuklappen. Er hatte immer ein Problem mit Grünen, vor allem mit grünen Frauen“, sagte Roth dem „Tagesspiegel“: „Günther Beckstein hat die Chance dies zu ändern.“ Dies bedeute aber keine inhaltliche Übereinstimmung. In der Umwelt-, Gesellschafts- und Außenpolitik „vertritt die CSU das Gegenteil von dem, was wir Grüne unter einer modernen, demokratischen und europäisch orientierten Politik verstehen“, sagte Roth.

Grünen-Landeschefin Theresa Schopper sprach Stoiber jede Berechtigung ab, für die Mehrheit der Bayern zu sprechen. Es sei offen, „ob es die CSU eines Tages schafft, sich in der Umwelt- und Gesellschaftspolitik so zu modernisieren, dass schwarz-grün in Bayern eine echte Option wird“. dpa/hmt

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