Politik : Stoiber: In Kreuth keine Kandidaten-Kür

Nachdem die Kandidatendebatte wieder aufgeflammt ist, bemüht sich die Union um Schadensbegrenzung. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber unterstrich am Dienstag in der "Bild"-Zeitung, dass er trotz der Diskussion an dem Kandidatenfahrplan und einer einvernehmlichen Entscheidung mit der CDU-Chefin Angela Merkel festhalten wolle. Zuvor gab es Berichte über einen "Geheimplan", Stoiber bei der traditionellen Klausur der CSU-Bundestagsabgeordneten Anfang Januar im bayerischen Wildbad Kreuth zum Kandidaten auszurufen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Hans-Peter Repnik, drückte seine Erwartung aus, dass die CDU/CSU- Bundestagsabgeordneten die Kandidaten-Debatte nicht weiter anheizen würden. Das "Intermezzo" am Wochenende sei "unnütz und schädlich" gewesen. "Ich erwarte von den Kollegen, dass sie sich nicht daran beteiligen." Für Aufregung hatte ein Bericht des Tagesspiegel gesorgt, wonach mehrere CDU-Landeschefs und Ministerpräsidenten, darunter Saar-Regierungschef Peter Müller, Merkel zum Verzicht auf die Kandidatur zu Gunsten von Stoiber bewegen wollen. Als "Gegenleistung" würde Merkel dann nach der Bundestagswahl im Herbst 2002 den Fraktionsvorsitze der Union übernehmen.

Müller wurde am Dienstag in der Fraktion erwartet, weil er dort über seine Gespräche mit Innenminister Otto Schily (SPD) berichten sollte. Repnik deutete an, dass in der Sitzung Unions-Fraktionschef Friedrich Merz einige Worte zu der von Müller entfachten Diskussion sagen werde.

CSU-Generalsekretär Thomas Goppel plädierte dafür, dass sich Merkel und Stoiber in den nächsten Wochen stärker gemeinsam präsentieren sollten. "Ich persönlich hielte viel davon, dass in den nächsten Wochen verstärkt vom Gespann die Rede ist", sagte er der "Rheinischen Post".

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