Politik : Stoiber: Juden bei Integration neuer Mitglieder helfen

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Frankfurt (Main)/Berlin (AP/dpa) Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber wünscht sich eine Revitalisierung des jüdischen Glaubens und der jüdischen Kultur in Deutschland. Das sagte Stoiber nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, in Frankfurt (Main). Der CSU-Chef betonte, dass den jüdischen Gemeinden bei der Integration ihrer Neumitglieder geholfen werden müsse. Nach dem Anstieg der Mitgliederzahlen von 30 000 auf 100 000 Personen gebe es ein erhebliches Integrationsproblem: „Die brauchen Unterstützung von der Politik." Fragen, welche Auswirkungen eine Koalition mit der FDP nach der Antisemitismus-Debatte haben könnte, wies Stoiber zurück. Dies könne nun wirklich nicht Thema eines solchen Treffens sein, sagte er.

Am späten Donnerstagabend hatte sich der Bundestag einmütig für die Bekämpfung des Antisemitismus ausgesprochen. „Unsere Geschichte legt uns eine dauernde Verantwortung auf, uns mit allen Kräften dagegen aufzulehnen“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Innenministerium, Sonntag-Wolgast (SPD). Die FDP attackierte SPD und Grüne, weil kein fraktionsübergreifender Antrag zu Stande gekommen war. Die Koalitionsfraktionen hatten einen gemeinsamen Antrag mit der FDP vor dem Hintergrund des Streits zwischen FDP-Vize Möllemann und dem Zentralrat der Juden in Deutschland abgelehnt. Die FDP werde „an den Pranger gestellt“, beklagte Fraktionsvize Leutheusser-Schnarrenberger. Es gebe keine Differenzen darüber, dass man mit Menschen jüdischen Glaubens nicht nur zusammenleben, sondern alles dafür tun wolle, dass sie sich in Deutschland wohl fühlten.

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