Stoiber-Querelen : Führende CSU-Politiker bestreiten Putsch-Absichten

Nach Auskunft von Landtagspräsident Glück beabsichtigen er und Parteivize Stamm nicht, Bayerns Ministerpräsident Stoiber zu stürzen. Entsprechende Gerüchte seien "Schwachsinn", erklärte Glück.

München - Führende CSU-Politiker haben angebliche Pläne zum Sturz von Ministerpräsident Edmund Stoiber dementiert. "Das ist Schwachsinn", sagte Landtagspräsident Alois Glück zu Berichten, wonach er und Parteivize Barbara Stamm den CSU-Vorsitzenden kippen wollten. "Es ist weder meine Absicht noch diejenige von Frau Stamm, Edmund Stoiber zu stürzen." Am Abend wurde mit Spannung das erste Zusammentreffen von Stoiber mit seiner schärfsten parteiinternen Kritikerin, der Fürther Landrätin Gabriele Pauli, in München erwartet.

Derweil ging die Diskussion über Stoibers politische Zukunft weiter. Der Vorsitzende des Landtags-Innenausschusses und CSU-Parteifreund, Jakob Kreidl, sprach sich offen gegen eine weitere Amtszeit des Ministerpräsidenten aus. "Eine breite Mehrheit ist dafür, dass Stoiber nicht über 2008 hinaus weiter macht", sagte Kreidl der Münchner "Abendzeitung".

Unterdessen beschäftigt die Führungskrise der CSU auch die Schwesterpartei CDU und selbst den Berliner Koalitionspartner SPD. Vor der Klausurtagung des CDU-Vorstands am Abend in Bremen sagte ein ungenanntes Mitglied des Gremiums dem "Münchner Merkur" mit Blick auf kommende Landtagswahlen: "Wir brauchen Ruhe vor den Wahlen." Ein anderes Vorstandsmitglied sagte, die Union werde ihren Vorsprung vor der SPD nur halten können, "wenn die CSU endlich zur Ruhe kommt". SPD-Chef Kurt Beck wiederum warnte die CSU vor negativen Folgen für die große Koalition aus CDU/CSU und SPD. "Die große Koalition braucht drei Partner, und die Partner müssen alle verlässlich sein." (tso/dpa)

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