Politik : Stoiber: Wenn ich es machen soll, bin ich bereit

CSU-Chef Edmund Stoiber ist nach Informationen des Magazins "Focus" jetzt zur Kanzlerkandidatur für die Unionsparteien bereit. In seiner neuen Ausgabe schreibt das Blatt, Stoiber habe Anfang der Woche Vertraute in seine Pläne eingeweiht. "Wenn nun fast alle der Meinung sind, dass das jetzt so sein soll und ich es machen soll, dann bin ich bereit", zitiert "Focus" Stoiber unter Berufung auf Informationen aus dessen Freundeskreis.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel bekräftigte im Nachrichtensender n-tv, die Kanzlerkandidatur werde Anfang kommenden Jahres durch die Frage entschieden: "Wer hat die besten Chancen zu siegen?" Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der "Welt am Sonntag" liegt Stoiber weiter vor Merkel. Danach wünscht sich fast die Hälfte aller Deutschen Stoiber als Unions-Kanzlerkandidaten, nur 33 Prozent votieren für Merkel.

Stoiber soll laut "Focus" in der Runde von Vertrauten gesagt haben, er werde sich "in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen und meinen Beitrag für die bürgerlichen Parteien leisten", falls eine Mehrheit der CDU dies wünsche. Auslöser für die Kandidatur ist dem Bericht zufolge die wachsende Zahl führender CDU-Politiker aus Präsidium und Landesverbänden, die ihn "aus Überzeugung" als stärkstes Zugpferd im Kampf um die Wählergunst sähen.

Weiter zitiert "Focus" den CSU-Chef: "Man muss nun der Tatsache ins Auge schauen, dass die CDU in ihrer Mehrheit ganz offenbar nicht die eigene Parteivorsitzende will." Zum Zeitplan für die Kandidatenkür bei CDU und CSU berichtet "Focus", in der zweiten Januarhälfte wolle Stoiber mit Merkel in einem Vier-Augen-Gespräch die Kandidatenfrage klären. Dabei wolle er herausfinden, ob Merkel ihm, Stoiber, den Vortritt lässt.

Auf die Frage, wen die CDU/CSU für die nächste Bundestagswahl als Kanzlerkandidaten aufstellen sollte - Angela Merkel oder Edmund Stoiber -, entschieden sich laut "Welt am Sonntag" 46 Prozent für Stoiber, 33 Prozent für Merkel. Im Osten und Westen des Landes gab es dabei kaum Unterschiede. Merkel sagte, Meinungsumfragen könnten bei der Auswahl des geeigneten Kandidaten "nur ein begrenztes Mittel" sein, weil "sie nichts über die Zukunft sagen".

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