Politik : Stoiber will Film absetzen lassen

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München - Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat in der „Bild am Sonntag“ die Absetzung des türkischen Films „Tal der Wölfe“ gefordert. „Dieser unverantwortliche Film fördert nicht die Integration, sondern sät Hass und Misstrauen gegen den Westen“, wird er zitiert. „Ich fordere die Kinobetreiber in Deutschland auf, diesen rassistischen und antiwestlichen Hass-Film sofort abzusetzen.“ In dem Actionfilm geht es um einen türkischen Geheimdiensthelden, der im Irak gegen die Amerikaner kämpft.

Stoiber forderte die Türkei zu einer klaren Stellungnahme auf: „Nach der positiven mäßigenden Rolle der türkischen Regierung zu den Mohammed-Karikaturen wäre auch jetzt zu diesem antiwestlichen Hass- Film ein klares Wort notwendig.“

Auch der Zentralrat der Juden appellierte an alle Kinobesitzer, den Film abzusetzen. Wer den Film zeige, unterstütze den Hass auf jüdische Menschen, sagte Vizepräsidentin Charlotte Knobloch der „FAZ“. Nach einem Bericht des „Münchner Merkur“ riet die US-Kommandantur in Europa ihren Streitkräften, sich von Kinos fern zu halten, in denen der Film gezeigt wird.

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) will die Jugendfreigabe für den Film kippen. Am Montag werde der Minister einen entsprechenden Antrag beim Appellationsausschuss der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) der Filmwirtschaft stellen, sagte eine Sprecherin. Damit bestätigte sie einen Bericht des „Focus“. Nach Ansicht von Laschet könnte der „antisemitische und amerikafeindliche“ Film den Dialog von Kulturen und Religionen gefährden. Der Film, den in den ersten zehn Tagen mehr als 200 000 Zuschauer in Deutschland sahen, ist frei ab 16. Die FSK hatte ihn erst ab 18 freigeben wollen, musste sich aber dem Einspruch des türkischen Filmverleihs beugen. dpa

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