• Stoiber will Kandidatenkür rasch klären CSU-Spitze plant Votum für 2008 schon im Frühjahr

Politik : Stoiber will Kandidatenkür rasch klären CSU-Spitze plant Votum für 2008 schon im Frühjahr

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Berlin - In der Diskussion über die CSU- Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2008 in Bayern dringt Ministerpräsident Edmund Stoiber auf rasche Klarheit: Auf einer CSU-Präsidiumssitzung am 8. Januar will der Parteichef ein Meinungsbild über eine mögliche Mitgliederbefragung einholen, bestätigte am Montag ein Parteisprecher. Eine solche Befragung, wie sie die Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli (CSU) fordert, lehnt Stoiber ab.

Auf der Sitzung sollen dem Sprecher zufolge die beiden Klausuren vorbereitet werden, zu denen die CSU-Landesgruppe im Bundestag sowie die Landtagsfraktion im Januar in Wildbad Kreuth zusammenkommen wollen. Insbesondere bei den Beratungen der Münchner Fraktion dürfte es auch um die Spitzenkandidatur gehen. Nach einem Bericht des „Münchner Merkur“ will die CSU die Kür Stoibers um mehrere Monate vorziehen, um die parteiinterne Personaldebatte zu beenden. In der Parteispitze werde damit gerechnet, dass auf dem kleinen Parteitag im Frühjahr oder einer Sitzung der Landtagsfraktion ein Votum für Stoiber abgegeben werden soll, berichtete das Blatt.

In einer Forsa-Umfrage für „Bild am Sonntag“ und RTL äußerten 62 Prozent der Deutschen die Ansicht, dass die CSU bei der bayerischen Landtagswahl 2008 ohne Stoiber ein besseres Ergebnis erzielen würde als mit dem amtierenden Ministerpräsidenten. Nur 26 Prozent sind der Meinung, dass die CSU mit Stoiber als Spitzenkandidat besser abschneiden würde. Selbst unter den Anhängern von CDU und CSU ist demnach das Zutrauen in den CSU-Spitzenpolitiker gering.

Die Spitze der Junge Union (JU) in Bayern stellte sich unterdessen hinter Stoiber. Der Ministerpräsident habe „eine exzellente Bilanz“ vorzuweisen, heißt es der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag) zufolge in einem Brief von JU-Landeschef Manfred Weber an alle JU-Orts- und Kreisvorsitzenden. In dem auch von den zehn JU-Bezirksvorsitzenden unterstützten Schreiben werde eine Urwahl strikt abgelehnt. Die öffentlichen Personaldebatten „auf Initiative von Frau Pauli“ müssten endlich ein Ende haben, hieß es demnach weiter.

Im Dezember hatte es einen heftigen Schlagabtausch zwischen Stoiber und Pauli gegeben. Stoibers Büroleiter in der Staatskanzlei, Michael Höhenberger, war wegen des Vorwurfs zurückgetreten, er habe Paulis Privatleben ausspionieren wollen, um dunkle Punkte aufzuspüren und die Kritikerin so mundtot machen zu können. AFP

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