Politik : Stoiber zur Allianz oder nach Brüssel?

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Berlin/München - Der noch amtierende bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber könnte nach einem vorzeitigen Ausscheiden in die Wirtschaft wechseln. In CSU-Kreisen wurde die Überlegung bestätigt, dass der Versicherungskonzern Allianz womöglich ein Interesse daran habe, die vielfältigen Kontakte Stoibers auf hoher Ebene zu nutzen. Die Allianz, deren Hauptsitz München ist, hat auch der neuen Münchner Fußballarena ihren Namen gegeben. Beim deutschen Fußballmeister Bayern München führt Stoiber den Verwaltungsbeirat.

Allerdings hält sich auch das Gerücht, Stoiber, der als zu vital für den Ruhestand gilt, könnte nach der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in die Kommission berufen werden. Dort sitzt als Vizepräsident Günter Verheugen, der zwischenzeitlich wegen Kritik an der Beamtenschaft und privater Angelegenheiten einen schweren Stand hatte. Es wurde immer wieder über seinen Rücktritt spekuliert. Stoiber war bereits einmal als EU-Kommissionspräsident im Gespräch. Für den Fall einer solchen Lösung, die von Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel ausgehen müsste, wäre allerdings eine Änderung des Koalitionsvertrages und eine Kompensation nötig, weil der EU-Posten der SPD zugesprochen ist. Das wiederum war länger strittig, weil in der Kommission eher ein Konservativer aus Deutschland erwartet wurde. Damals ging es um Matthias Wissmann (CDU), den früheren Verkehrsminister und heutigen Vorsitzenden des Europaausschusses im Bundestag.

In der CSU wird aber auch darüber nachgedacht, ob ein Wechsel von Erwin Huber in die Bundesregierung nötig wäre, um das bundespolitische Gewicht der Partei zu dokumentieren. Huber ist bisher Wirtschaftsminister in Bayern und kandidiert für den CSU-Vorsitz. Hintergrund ist auch, dass Huber im Fall seiner Wahl der Notwendigkeit enthoben wäre, unter dem designierten Ministerpräsidenten Günther Beckstein im Landeskabinett zu arbeiten. Im Bundeskabinett bekleidet der CSU-Abgeordnete Michael Glos das Amt des Wirtschaftsministers. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat er sich aber inzwischen nach eigenen Worten mit dem Amt angefreundet.cas

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