Politik : Storch ohne Fallschirm

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Die Politik im Wahlkampf-Sommer befindet sich im Pendelbetrieb. Am Montag beispielsweise tagten allerlei Parteigremien in Berlin, ansonsten aber flüchten die Wichtigen aus der Hauptstadt und reisen durchs Land. Der Bekannteste unter den bereits jetzt stets Reisenden ist Guido Westerwelle; sein gelbes Mobil ist ja kreuz und quer durch die Fernsehsender getuckert und bekam auch die besondere Ehre verliehen, dass gegnerische Parteien auf ihren Websites virtuelle Verfolgungsjagden veranstalten. Wenn der Wahlkampf richtig heiß wird, Anfang September also, werden sich Heerscharen von Politikern aufmachen; noch sind es wenige, die Urlaub und Auftritte kombinieren. Für September hat auch Jürgen Möllemann angekündigt, er werde per Fallschirm über deutschen Touristen niedergehen. Bei Westerwelles Guidomobil-Tour gab es jetzt eine verfrühte Schein-Sichtung Möllemanns. Der FDP-Chef ist heute in Wörlitz, dann folgen ein paar Tage Pause, weiter geht es hernach vom Spreewald nach Norden in Richtung Rheinsberg. Am Wochenende war Westerwelle an der Grenze zwischen Nord-Hessen und Thüringen. Gerstungen ist ein schmuckes Städtchen mit dem hübschen Hof der „Alten Schmiede“. Dort also traf der Vorsitzende der Liberalen am Abend zu einer Rede unter freiem Himmel ein. Während er noch vorgestellt wurde, was für die jeweiligen Ortskandidaten stets eine große Ehre ist, tat sich plötzlich etwas oben, über dem Giebel der Schmiede. Hunderte Augenpaare richteten sich gen Himmel. „Keine Angst, Herr Möllemann kommt nicht, das ist der Storch!“, klärte der Orts-Liberale auf. Es war wirklich der Storch. Ein Aufatmen mischte sich unter die Lacher. Robert von Rimscha

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