• Strafverfahren wurde 2012 eingestellt: "Stern": CDU-Schatzmeister Linssen hortete Geld in Briefkastenfirma

Strafverfahren wurde 2012 eingestellt : "Stern": CDU-Schatzmeister Linssen hortete Geld in Briefkastenfirma

Helmut Linssen, Bundesschatzmeister der CDU und Ex-Finanzminister von NRW, soll mehr als 800.000 Mark auf eine Briefkastenfirma verschoben haben.

Helmut Linssen, Bundesschatzmeister der CDU.
Helmut Linssen, Bundesschatzmeister der CDU.Foto: dpa

In der neu entflammten Debatte um prominente Steuersünder gerät nun auch der Bundesschatzmeister der CDU unter Druck: Helmut Linssen habe jahrelang Geld in einer Briefkastenfirma auf den Bahamas verborgen, berichtete am Dienstag das Hamburger Magazin „Stern“ vorab aus seiner neuen Ausgabe. Der damalige Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Landtagsfraktion zahlte demnach im August 1997 829.322 Mark (mehr als 400.000 Euro) bei der Bank HSBC Trinkaus&Burkhardt International S.A. in Luxemburg ein. Mit Hilfe der Bank sei das Geld auf die Briefkastenfirma in der Südsee transferiert worden.

Strafverfahren gegen Linssen wurde 2012 eingestellt

Der auf den Namen „Longdown Properties Corp.“ auf den Bahamas registrierte Trust wurde dem Bericht zufolge 2001 geschlossen und in Panama wieder eröffnet. Ende 2004 schloss Linssen demnach sein Trinkaus-Konto. Wenige Monate später wurde er Mitglied im Kompetenzteam des damaligen CDU-Spitzenkandidaten im NRW-Landtagswahlkampf, Jürgen Rüttgers. Die letzte Auszahlung, die Linssen in Luxemburg bar entgegen nahm, habe 141.113 Euro betragen. Anschließend sei der Trust in Panama geschlossen worden.

Das sind Deutschlands prominenteste Steuersünder
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Linssen war von 2005 bis 2010 NRW-Finanzminister, seit 2010 ist er Bundesschatzmeister der CDU. Dem „Stern“-Bericht zufolge fanden sich die Daten von Linssens Konto auf einer CD mit Daten der Luxemburger Bank, die das Land Nordrhein-Westfalen 2010 kaufte. Ein gegen Linssen eingeleitetes Strafverfahren sei 2012 eingestellt worden, heißt es im „Stern“. Aufgrund der Verjährungsfrist habe er nur seine Zinserträge für die Jahre 2001 bis 2005 nachweisen müssen. In dieser Zeit habe er mit seinem Geld im Ausland jedoch keinen Gewinn gemacht.

„Ich bin aus dem Verfahren makellos rausgekommen“

„Ich bin aus dem Verfahren makellos rausgekommen“, zitierte das Magazin am Dienstag den CDU-Politiker. Woher das Geld stammte, mit dem Linssen sein Konto in Luxemburg bei der Eröffnung 1997 aufgefüllt hat, konnten die Finanzbehörden den Informationen des Magazins zufolge nicht klären.

Die SPD reagierte empört: „Linssen wäre gut beraten, wenn er umfassend und umgehend Aufklärung leisten würde“, sagte SPD-Finanzexperte Joachim Poß dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Vorgang sei „weder mit dem Amt eines Finanzministers noch dem eines für Finanzen überhaupt Verantwortlichen zu vereinbaren“. Jeder wisse, was mit so einer Briefkastenfirma verbunden sei: „So etwas ist nicht entschuldbar. Das kann man nicht als lässliche Sünde abtun.“ (AFP)

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