Politik : Straßenschlachten in Bethlehem nach dem Tod eines Palästinensers

Einen Tag nach dem Tod eines Palästinensers in Bethlehem haben sich palästinensische Jugendliche und israelische Soldaten am Dienstag erneut eine Straßenschlacht geliefert. Mehrere Palästinenser und Israelis wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Hunderte von Palästinensern warfen Molotow-Cocktails, Steine und leere Flaschen auf die Soldaten, die mit Hartgummikugeln und Tränengas zurückschossen. Wegen der Zusammenstöße sagte der britische Außenminister Robin Cook einen Besuch in der Stadt ab. Die Palästinenser-Polizei versuchte, die Lage zu beruhigen.

Bereits am Montag war es in der Nähe des Rachel-Grabes in der Stadt zu Zusammenstößen gekommen, nachdem ein israelischer Soldat einen Palästinenser erschossen hatte. Der Palästinenser hatte den Soldaten nach israelischen Angaben mit einem Messer angegriffen. Die Behörden in Bethlehem befürchten, dass neue Unruhen den Tourismus gefährden könnten. Zum Jahreswechsel werden Millionen Besucher erwartet.

Sechs Wochen nach dem Beginn der Gespräche über eine dauerhafte Friedensregelung mit den Palästinensern hat Israels Ministerpräsident Ehud Barak nun einen Chefunterhändler ernannt. Er heißt Oded Eran und ist seit drei Jahren israelischer Botschaftler in Jordanien. Eran gilt als einer der erfahrensten Diplomaten des israelischen Außenministeriums. Barak war immer wieder scharf kritisiert worden, weil er die Ernennung eines Chefunterhändlers hinausgezögert hatte.

An frühen Dienstagmorgen sind vier libanesische Zivilisten durch israelischen Artilleriebeschuss verletzt worden. Wie die libanesische Polizei mitteilte, feuerten die Israelis nach einem Angriff von Moslem-Guerilleros auf einen israelischen Armeeposten in der so genannten Sicherheitszone auf ein Gebiet bei Nabatija im Südlibanon. Geschosssplitter trafen dabei ein Auto, dessen Insassen verletzt wurden. Israel und libanesische Guerilla-Gruppen hatten sich 1996 darauf geeinigt, keine eindeutig zivilen Gebiete anzugreifen.

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