Politik : Straßensperre für den Dritten Weg

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Führt der Dritte Weg, wie ein rechter Hardliner zum Mitte-Links-Gipfel in Florenz meinte, in Zustände der Dritten Welt? Wohl kaum. Eher recht hat der Karikaturist, der die sozialdemokratischen Modernisierer und auch die Traditionalisten in einem dunklen Wald wandeln sieht. Kaum jemand kann noch erkennen, was dieser Dritte Weg soll. So nutzt sich dieses Wort langsam ab. Das ist auch überhaupt kein Nachteil: In Florenz kam es schon nicht mehr, wie noch vor drei Wochen bei der Sozialistischen Internationale in Paris, zu einer neuen Runde im Schlagabtausch von Blair mit seinem französischen Konkurrenten Jospin. Und dies nicht nur, weil der große Bruder Bill Clinton die Szene beherrschte. Die regierenden Mitte-links-Parteien stehen jetzt erst am Anfang, aus vielen Ideen und unterschiedlichen nationalen Erfahrungen eine überzeugende Vision zu entwickeln. Die atmosphärischen Voraussetzungen gibt es jetzt also, und die Zeit ist reif, endlich die Ärmel aufzukrempeln. Auch die Notwendigkeit, dies schnell zu tun. Der beste Ausweg aus dem dunklen Wald ist es, nicht weiter den Dritten, sondern einen eigenen Weg zu suchen.

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