Strategiegipfel : USA und China beschließen Zusammenarbeit bei Klimaschutz

Erstmals haben sich die beiden größten Treibhausgasproduzenten China und USA zu gemeinsamen Klimaschutzanstregungen bekannt. Doch trotz des Abkommens bleiben große Differenzen.

WashingtonNach dem ersten gegenseitigen Kennenlernen beim chinesisch-amerikanischen Treffen in Washington gab es am Dienstag Handfestes. Die beiden weltgrößten Treibhausgasproduzenten China und USA haben bei ihrem bilateralen Gipfel eine Absichtserklärung zu Klima, Umwelt und sauberer Energie unterzeichnet.

Künftig wollen sie beim Thema Klimaschutz enger zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Ausschuss zur umweltpolitischen Zusammenarbeit gründen. Ziel des Gremiums soll es sein, bis zum UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen eine einheitliche Linie zu finden. Konkrete Klimaziele wurden aber noch nicht genannt.

Trotz des "gewichtigen Beitrags", den beide Länder laut Chinas Regierungsvertreter Dai Bingguo für die Umwelt leisten wollen, ließ sich die Diskrepanz beider Staaten bei Klimathemen nicht verbergen. Bingguo wies auf die unterschiedlichen Standpunkte der USA und Chinas hin: China sieht die Hauptverantwortung für die Erderwärmung bei den Industriestaaten. Da diese im Kern für den Klimawandel verantwortlich seien, sollten sie auch hauptsächlich zuständig sein.

Rolle des Dollars war ebenfalls Thema

Neben Klimathemen wurden auf dem Strategietreffen weitere Probleme in Angriff genommen. Ein zentrales Thema auf der chinesischen Agenda war der Einsatz großer Mengen von Dollar in der Weltwirtschaft. Chinas Vize-Ministerpräsident Wang Qishan ermahnte die amerikanische Regierung, sorgfältig mit der Dollarwährung umzugehen.

Nach einem Treffen mit US-Finanzminister Timothy Geithner sagte Wang, die USA sollten "die Auswirkungen des Dollar-Angebots auf die einheimische Wirtschaft und die Weltwirtschaft als Ganzes richtig ausbalancieren und korrekt bewältigen".

China ist der größte Gläubiger der USA mit 802 Milliarden Dollar an amerikanischen Staatsanleihen. Die US-Regierung verlässt sich auf den weiteren Kaufwillen der Regierung in Peking, um das erwartete Haushaltsdefizit von 1,8 Billionen Dollar in diesem Jahr zu finanzieren.

Wang kündigte an, China werde mehr tun, um die Inlandsnachfrage zu stärken. Geithner sagte zu, sich für eine größere Rolle Chinas bei IWF und Weltbank einzusetzen.

Auf dem zweitägigen Gipfel haben hochrangige Politiker beider Staaten seit Montag einen Austausch bei den Themen Wirtschaft, Politik sowie Umwelt- und Klimaschutz gesucht. Der "strategische und wirtschaftliche Dialog", der jährlich stattfinden soll, diente dabei offenbar eher dem Austausch der Positionen als dem Abschluss konkreter Vereinbarungen.

ZEIT ONLINE, Reuters

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