Politik : Strategisch ungünstig

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Georgien, ein kleines Land mit rund fünf Millionen Einwohnern, war wegen der KaukasusPässe und des Zugangs zum Schwarzen Meer seit der Antike von strategischer Bedeutung und stets Objekt der Begierde regionaler Großmächte: Irans, der Türkei und später Russlands, dessen Protektorat es im 18. Jahrhundert wurde. Weil über Georgien die Pipeline für das kaspische Öl verläuft, wurde die Republik zunehmend auch Interessengebiet der USA. Das und der prowestliche Kurs von Staatschef Eduard Schewardnadse, zu Sowjetzeiten lange KP-Chef Georgiens, führten nach dem Ende der Union zu erheblichen Spannungen mit Moskau. Zumal Russland auch Sezessionsbestrebungen von Minderheiten unterstützt: Südossetien, dessen Bevölkerung eine Wiedervereinigung mit dem zu Russland gehörenden Norden fordert, und die muslimische Schwarzmeerregion Abchasien werden seit Anfang der Neunziger von Tiflis nicht mehr kontrolliert. Ebenso der Nordosten, der von den Kistinen - Verwandten der Tschetschenen – bewohnt wird. Vor allem das unwegsame Pankisi-Tal galt als Rückzugsgebiet der Separatisten. Russland und Georgien standen daher schon mehrmals am Rande eines Krieges. win

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