Strauß-Prozess : Keine Geschäfte zwischen Neureuther und Strauß

Die Zeugenaussagen des früheren Skiprofis Christian Neureuther haben keine neuen Erkenntnisse im Steuerprozess gegen Max Strauß vor dem Landgericht Augsburg gebracht.

Augsburg - Der Kontakt zu Strauß sei "nicht in die Tiefe gegangen", geschäftliche Aktivitäten hätten sich nicht ergeben, sagte Neureuther in der knapp 45-minütigen Vernehmung durch den Vorsitzenden Richter Manfred Prexl. "Als Sportler war ich gar nicht in der Szene", betonte er. An eine Antwort von Strauß auf seine Bitte zur Vermittlung von Geschäftskontakten in China könne er sich nicht erinnern.

Neureuther war als Zeuge geladen worden, weil er 1987 als Geschäftsführer der Erbacher-Ski GmbH den Sohn des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) schriftlich um die Vermittlung von Geschäftskontakten in China gebeten hatte. Nach dem erfolgreichen Verkauf so genannter Nato-Skier an die Bundeswehr habe er vermutet, auf diesem Wege ein entsprechendes Geschäft in der Volksrepublik anbahnen zu können, sagte Neureuther. Gegenüber Journalisten sagte der 57 Jahre alte Ehemann von Ski-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier, er sei von der Vorladung zum Strauß-Prozess "völlig überrascht" gewesen. Die Situation habe ihn "persönlich sehr belastet".

Strauß muss sich in Augsburg wegen Steuerhinterziehung verantworten. Er soll von dem Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber Schmiergelder in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro für die Vermittlung von Panzer- und Flugzeuggeschäften erhalten und nicht versteuert haben. (tso/ddp)

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