Streik : Ärzte demonstrieren wieder

Der Ärztestreik an kommunalen Krankenhäusern hat nach Angaben der Ärztegewerkschaft Marburger Bund einen neuen Höhepunkt erreicht. Danach legten am Mittwoch 17.000 Mediziner in 183 Kliniken die Arbeit nieder.

Berlin - Bei einer Demonstration in München forderte der Vorsitzende des Bundes, Frank Ulrich Montgomery, vor 3500 Teilnehmern konkrete Vorschläge der Arbeitgeber für neue Verhandlungen. Beide Seiten wollen die Tarifverhandlungen für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern am Montag fortsetzen.

Montgomery zeigte sich mit der Streikbereitschaft zufrieden. Jeden Tag steige die Zahl der streikenden Ärzte, die in neun Bundesländern die Arbeit niederlegten. Der Versuch der Arbeitgeberverbände, die Motivation der Mediziner zu brechen, sei gescheitert. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte am 1. August einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossen. Der Marburger Bund weigert sich, diesen Tarifvertrag anzuerkennen.

Montgomery: Arbeitgeber müssen konkrete Vorschläge machen

Montgomery forderte die Arbeitgeber auf, bei der nächsten Verhandlungsrunde am Montag konkrete Vorschläge zu unterbreiten. Wenn es wie beim vorherigen Mal ablaufe, "wo wir vier Tage und Nächte um einen leeren Tisch herumsitzen und uns anöden, dann werden auch diese Verhandlungen nichts bringen", warnte der Ärztevertreter. Die VKA begrüßte zwar, dass die Gewerkschaft die Verhandlungen wieder aufnehmen will. Die Kritik des Marburger Bundes an dem Tarifvertrag mit Verdi sei aber "nicht nachvollziehbar".

Montgomery drohte zudem Verdi mit dem Aufbau eines "Gegenpols". Er sagte, mit der "Verdiktatur" müsse Schluss sein. "Wenn ihr uns weiter in die Suppe spuckt, werden wir die Nicht-Ärzte in den Krankenhäusern in einer großen Gewerkschaft sammeln", drohte er. "Einige wenige Funktionäre von Verdi" versuchten, den Konflikt in einen "Klassenkampf" zu verwandeln. Das Verhältnis zwischen den Ärzten und dem übrigen Krankenhauspersonal sei aber weiter gut. "Ganz viele" Pflegekräfte hätten sich in jüngster Zeit um eine Mitgliedschaft im Marburger Bund bemüht, was allerdings nicht möglich sei. (tso/ddp)

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