Politik : Streik bei Opel lähmt Werke in Europa

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Berlin Die Arbeitsniederlegung der Bochumer Opel-Arbeiter gegen den geplanten Stellenabbau bringt den Mutterkonzern General Motors (GM) zunehmend in Schwierigkeiten. Da die Lieferungen aus Bochum ausbleiben, werden im belgischen Werk Antwerpen die Teile knapp. Allerdings will Opel vorerst nicht gegen den möglicherweise illegalen Streik vorgehen. „Wir wollen keine Eskalation“, sagte ein Opel-Sprecher. In Rüsselsheim begannen derweil die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat.

Am Dienstag soll ein europaweiter Aktionstag der Metaller dem Protest gegen die geplante Streichung von 12000 der insgesamt 63000 Stellen bei Opel, Vauxhall (England) und Saab (Schweden) Ausdruck geben. In Bochum werden einige Zehntausend Menschen zur Kundgebung erwartet. Die Werksleitung in Bochum rief die Belegschaft auf, an die Arbeit zu gehen. „Die Wiederaufnahme der Arbeit wird dem Standort Bochum nutzen“, hieß es in einem Flugblatt. Auch Kanzler Gerhard Schröder mahnte am Montagabend in Berlin zu einer Lösung am Verhandlungstisch. „Was in Teilen der Automobilindustrie geschieht, kann nicht bei der Politik abgeladen werden“, erklärte der Kanzler weiter. Die Absatzschwierigkeiten „haben zu tun mit Fehlern, die im Management liegen“.

In der vergangenen Woche gelang es der linken Splitterpartei MLPD, den Protest in Bochum für sich allein zu nutzen. Inzwischen ist die IG Metall vor dem Werk präsent. Der IG-Metaller und Opel-Aufsichtsrat Reinhard Kuhlmann sagte dem Tagesspiegel, „Kämpfen und Verhandeln sind für uns zwei Seiten einer Medaille“. Als 2001 der britische Standort Luton stillgelegt werden sollte, hätten gut 40000 GM-Mitarbeiter in ganz Europa mit Erfolg dagegen protestiert. „Wir wollen einen wettbewerbsfähigen GM-Konzern, allerdings nicht mit Verfügungen nach Gutsherrenart“, sagte Kuhlmann. Er wies den Vorwurf der Blockade durch die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat als „lächerlich“ zurück. alf/hsc/fan

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