Politik : Streik kann Opel in ganz Europa treffen

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Berlin Die anhaltenden Proteste der Opel-Belegschaft am Standort Bochum könnten große Teile der Produktion des Automobilkonzerns General Motors (GM) in Europa lahm legen. Erst am Montagmorgen wollen die 9600 Beschäftigten in Bochum entscheiden, ob sie ihre Arbeit wieder aufnehmen. Halten die Proteste noch einige Tage an, droht auch die Produktion in GM-Werken in Belgien, England und Polen kurzfristig zum Erliegen zu kommen, weil Bochum die Achsen für den Opel Astra fertigt. Ein Stillstand der europäischen Werke würde GM nach Darstellung des Betriebsrats bis zu 30 Millionen Euro pro Tag kosten. Bereits jetzt werden wegen der Proteste in Bochum rund 1200 Autos pro Tag nicht gebaut. GM und Opel sehen jedoch eine realistische Chance, das Werk Bochum wettbewerbsfähig zu machen und damit den Standort zu erhalten. Das sagte der Vize-Chef von GM-Europa, Carl-Peter Forster, der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) forderte die Beschäftigten auf, heute die Produktion wieder aufzunehmen. „Die Arbeitnehmer, die vor den Toren stehen, verbessern die Chancen, dass der Standort erhalten wird, nicht.“

GM will bei seinem Sparprogramm auch vor dem Management nicht Halt machen. „Wir werden die Aufwendungen für das Management um mindestens 15 Prozent verkleinern“, sagte GM-Europachef Fritz Henderson dem Handelsblatt.

Der Vorstandschef des Elektrokonzerns ABB, Jürgen Dormann, gibt den Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern eine Mitschuld bei den Krisen von Opel, aber auch Karstadt. „Hat denn etwa die Vertretung der Arbeitnehmer und Gewerkschaften in den Aufsichtsräten irgendetwas verhindert?" sagte Dormann dem Tagesspiegel. „Wo war die IG Metall bei Opel? Sie sitzen doch überall mittendrin, verzögern die Entscheidungsprozesse, und wenn es schief geht, waren es die anderen.“ Dormann kritisiert aber auch jahrelange Fehler deutscher Manager. Tsp/HB

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