Politik : Streiks stürzen Griechenland ins Chaos

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Athen - In Griechenland schwillt die Welle der Streiks und Proteste gegen die Sparpolitik der sozialistischen Regierung immer weiter an. In Athen brachte am Dienstag, wie schon tags zuvor, ein Streik bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben chaotische Zustände. Auch die Fernzüge der Staatsbahnen fuhren nicht. Weil viele versuchten, wegen des Streiks mit dem eigenen Auto zur Arbeit zu fahren, kam es zu endlosen Staus auf den meisten Hauptverkehrsstraßen. An dem für diesen Mittwoch ausgerufenen Generalstreik wollen sich auch die Fluglotsen beteiligen. Der griechische Luftraum bleibt komplett gesperrt, alle In- und Auslandsflüge wurden annulliert. Am Donnerstag wollen die Bediensteten der Nahverkehrsbetriebe sowie die Belegschaft der Staatsbahnen erneut für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Auch die Ärzte der staatlichen Krankenhäuser und die griechischen Journalisten beteiligen sich an den Ausständen.

Die Ausstände richten sich gegen geplante Gehaltskürzungen bei den Staatsunternehmen. Das neue Gesetz bringt den Beschäftigten der öffentlichen Verkehrsbetriebe und anderer staatlicher Unternehmen Einkommenseinbußen von zehn bis 25 Prozent. Die Sanierung der defizitären Staatsunternehmen, die mit rund 18 Milliarden Euro in der Kreide stehen, gilt als wichtiger Schritt zur Bewältigung der griechischen Schuldenkrise. In manchen dieser öffentlichen Unternehmen werden bisher Grundgehälter gezahlt, die doppelt so hoch sind wie in der Privatwirtschaft. Die geplanten Lohnkürzungen gehören zu dem Sparprogramm, das die griechische Regierung mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgestimmt hat. Die Euro- Staaten und der IWF bewilligten im Frühjahr Hilfskredite von 110 Milliarden Euro, um Griechenland vor dem Staatsbankrott zu retten. Gerd Höhler

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