Streikwelle : Frankreich im Stau

Der Streik der Eisenbahner in Frankreich hat im Berufsverkehr am Morgen zu landesweit über 350 Kilometer Stau geführt. Auch die Mitarbeiter von Energiekonzernen streiken: Sie drehten öffentlichen Gebäuden den Strom ab.

ParisIn der Hauptstadtregion um Paris bildeten sich fast 200 Kilometer Stau, teilte das französische Verkehrsinformationszentrum (CNIR) mit. Die Eisenbahner waren am Dienstagabend in einen unbefristeten Streik getreten, um gegen die von Staatspräsident Nicolas Sarkozy geplante Abschaffung der Frührente in Staatsbetrieben zu demonstrieren. Seit dem Morgen schlossen sich auch Beschäftigte der Pariser Verkehrsbetriebe an. In Paris fuhr damit im Schnitt nur jede fünfte U-Bahn. Zwei Metro-Linien sowie eine Schnellbahn mussten ganz geschlossen werden. Nur 15 Prozent der Busse verkehrten.

Die Staatsbahn SNCF ging davon aus, dass landesweit heute nur 90 von sonst 700 TGV-Hochgeschwindigkeitszügen verkehren werden. Eine Fortsetzung des Streiks bis zum Wochenende ist möglich. Die Beschäftigten der Energiekonzerne EDF und GDF waren wegen der Rentenpläne ebenfalls zum Streik aufgerufen. In Südwestfrankreich stellten EDF-Mitarbeiter schon am Dienstagabend in mehreren Städten den Strom für öffentliche Gebäude ab. Privatleute und Unternehmen war nicht betroffen.

Gewerkschaften wollen an Rentengesprächen teilnehmen

Arbeitsminister Xavier Bertrand will am Vormittag erneut die Gewerkschaften treffen, um über eine Lösung des Konflikts zu beraten. Die Gewerkschaften verlangen, dass die Verhandlungen über die Details der Rentenreform in Dreiergesprächen mit den Unternehmen und der Regierung geführt werden. Die Regierung lehnt eine Teilnahme bisher ab.

Der internationale Bahnverkehr mit den Thalys-Zügen nach Brüssel, Amsterdam und Köln soll dagegen laut SNCF trotz des Streiks "normal" laufen. Verspätungen bis zu 30 Minuten seien jedoch möglich. Auch Eurostar-Züge zwischen Paris und London sollen nicht ausfallen. (mit AFP)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben