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Streit bei den Linken : Gysi nennt Mauerbau "zutiefst inhuman"

Der Fraktionsvorsitzende der Linke im Bundestag, Gregor Gysi, hat sich im Streit um die Verantwortung und die Ursachen für den Mauerbau deutlich abgegrenzt von der Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch.

Der Fraktionsvorsitzende der Linke im Bundestag, Gregor Gysi widerspricht seiner Parteigenossin Gesine Lötzsch.
Der Fraktionsvorsitzende der Linke im Bundestag, Gregor Gysi widerspricht seiner Parteigenossin Gesine Lötzsch.Foto: Mike Wolff/TSP

"Wenn ich eine gerechtere Gesellschaft aufbaue, kann ich es nie dadurch machen, dass ich die eigenen Leute einsperre und auf sie schieße, wenn sie gehen wollen. Das geht einfach nicht, das ist zutiefst inhuman", sagte Gregor Gysi auf einer Veranstaltung des Berliner "Tagesspiegels" am Donnerstagabend in Berlin. Die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch hat den Angriffskrieg Nazideutschlands ursächlich für den Mauerbau verantwortlich gemacht.

Der Fraktionsvorsitzende fügte hinzu: "Ich kann erklären, wie es zur Mauer kam. Ich weiß auch die Gründe, ich weiß, dass der Westen natürlich der DDR schaden wollte und viele Maßnahmen dazu ergriffen hat. Aber das ist doch was ganz anderes, das zu erklären, als es zu bewerten. Und wenn ich ein demokratischer Sozialist bin, kann ich bei der Bewertung nur klipp und klar Nein sagen, auch wenn ich historisch erklären kann, wie es dazu gekommen ist. Für mich gibt es deshalb nur eine Verurteilung einer solchen Maßnahme." (tsp)

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