Politik : Streit in NRW über Experten des Umweltministers

Jürgen Zurheide

Düsseldorf - Im Düsseldorfer Landtag gibt es erhebliche Zweifel, ob Max Dohmann so unabhängig ist, wie es Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) dargestellt hat. Der ehemalige Aachener Lehrstuhlinhaber für Wasserwirtschaft soll für den politisch angeschlagenen Umweltminister eine unabhängige Kommission leiten, die sich mit den kritischen Stoffen im Trinkwasser des größten Bundeslandes beschäftigt und Verbesserungsvorschläge machen.

Der Christdemokrat Uhlenberg hat allerdings übersehen, dass gegen Dohmann im Zuge des Kölner Müllskandals ermittelt wurde und sein Name mehrfach im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen in der Domstadt, aber auch im Märkischen Kreis auftaucht. Dohmann hatte als Gutachter für den inzwischen geständigen Müllunternehmer Hellmut Trienekens gearbeitet.

Obwohl ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen Max Dohmann eingestellt wurde, gibt es bei den Oppositionsparteien heftige Kritik an der Wahl des Wasserwirtschafters. „Der Mann ist nicht über jeden Zweifel erhaben, wer so nah an die Vorgänge rings um den Müllskandal herangerückt ist, hat nicht die nötige Unabhängigkeit für eine so wichtige Aufgabe“, beklagt etwa Silvia Löhrmann, die grüne Fraktionschefin im NRW-Landtag. Dohmann leitete zum Beispiel ein privatwirtschaftlich geführtes Institut, das von Trienekens unterstützt wurde und dem Müllunternehmer mehr als einmal geholfen hat, seine wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Jürgen Zurheide

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