Streit : Ramelow: Tiefensee soll das "Maul halten"

Recht unwirsch hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Bodo Ramelow, auf die Kritik Wolfgang Tiefensees an Oskar Lafontaine reagiert. Tiefensee solle angesichts des eigenen totalen Versagens in der Ost-Politik besser "das Maul halten".

BerlinDie Partei Die Linke und ihr Vorsitzender Oskar Lafontaine sind aus der SPD-Spitze erneut scharf angegriffen worden. Der Beauftragte der Regierung für den Aufbau Ost, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), machte die Linke für schlechte Stimmung in Ostdeutschland verantwortlich. Dem Magazin "Vanity Fair" sagte er: "Leuten wie Oskar Lafontaine, die vollmundig versprechen, man müsse nur den Schalter umlegen, dann würden sich die Probleme lösen, muss man deutlich das Handwerk legen."

Von dieser Äußerung war der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Bodo Ramelow, wenig begeistert und gab folgenden deutlichen Rat: "Tiefensee, der für den Osten in dieser Bundesregierung wirklich nichts auf die Reihe bekommen hat, sollte über schlechte Stimmung im Osten besser das Maul halten." Die doppelt so hohe Arbeitslosigkeit in den ostdeutschen Ländern sei nicht das Werk der Linken.

SPD-Fraktionschef Peter Struck hatte im Juli in einem Brief die SPD-Bundestagsabgeordneten aufgefordert, gegen die Politik der Linken vorzugehen: "Ihr seid das Führungspersonal der SPD, setzt Euch vor Ort mit diesen Rattenfängern auseinander." Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, hatte Struck danach aufgefordert, den Begriff "Rattenfänger" zurückzunehmen, weil er aus der dunkelsten deutschen Geschichte unter Hitler stamme und die Linken-Anhänger als "Ungeziefer" diffamiere. (mit dpa)

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