Politik : Streit um Basis für UN-Runde übers Klima

Bonn - Auf der Bonner UN-Klimakonferenz haben sich schwierige Beratungen über ein globales Klimaabkommen abgezeichnet. Die Differenzen vom Kopenhagener Weltklimagipfel wirken nach. Rund 2000 Regierungsvertreter aus aller Welt wollen sich bis zum heutigen Sonntag auf einen Arbeitsplan für Verhandlungen in diesem Jahr verständigen. Es ist die erste UN-Konferenz seit dem Scheitern des Weltklimagipfels im Dezember.

Unklar und strittig blieb in Bonn bisher die künftige Verhandlungsgrundlage. Ebenso unklar ist das Ziel der Verhandlungen. Soll es um ein verbindliches umfassendes Klimaabkommen gehen oder sollen zunächst Einzelprotokolle etwa über den Waldschutz vereinbart werden? Oder soll es zunächst einmal nur um eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls gehen, um mehr Zeit für Verhandlungen zu gewinnen? Das Kyoto-Protokoll von 1997 zur Verminderung klimaschädlicher Treibhausgase in Industrieländern läuft 2012 aus. Diese Option wird vor allem von Entwicklungsländern gefordert.Übereinstimmung gab es bisher lediglich darin, dass es vor dem nächsten Klimagipfel in Cancún (Mexiko) im November/Dezember noch weitere Verhandlungsrunden geben soll.

Die USA wollen dagegen die politische Vereinbarung von Kopenhagen (Copenhagen Accord) zur Verhandlungsbasis machen. Andere Länder lehnen den Text als unverbindliche politische Erklärung ab und plädieren dafür, frühere umfassende Entwürfe wieder zu nutzen, zu denen in Kopenhagen kein Konsens möglich war. Hinter die Kopenhagen-Vereinbarung, die auf dem Gipfel nicht formell beschlossen wurde, haben sich inzwischen rund 120 Länder gestellt. dpa/deh

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