Politik : Streit um Betreuungsgeld: SPD greift Seehofer scharf an

Amberg/München - In der Debatte um die Einführung eines Betreuungsgeldes wirft SPD-Vizechefin Manuela Schwesig CSU-Chef Horst Seehofer Rücksichtslosigkeit vor. „Seehofer geht es schon lange nicht mehr um die Kinder und die Familien“, sagte Schwesig beim Parteitag der bayerischen SPD in Amberg. Der CSU- Vorsitzende wolle in der Diskussion ums Betreuungsgeld nur seinen Machtanspruch durchsetzen.

Die SPD wolle den Familien in der Kinderbetreuung dagegen eine „echte Wahlfreiheit“ bieten, sagte Schwesig in Amberg. Deshalb plädiere sie für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. Allein mit dem bayerischen Anteil am Betreuungsgeld könnten 18 000 Kitaplätze im Freistaat geschaffen werden, rechnete die Sozialministerin von Mecklenburg- Vorpommern vor. „Das Betreuungsgeld ist frauenfeindlich, weil es eigentlich darauf zielt, dass einer – der Mann – viel Geld verdient und die Frau zu Hause bleibt“, sagte Schwesig. Sie fügte hinzu: „Die Frauen sind nicht die Gebärmaschinen dieser Gesellschaft.“

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) wies die Kritik zurück. „Wenn die SPD mehr Krippenplätze in Bayern will, soll sie sich an ihre eigenen Kommunalpolitiker wenden“, sagte die Ministerin. Gerade in den von der SPD regierten, bayerischen Großstädten würden seit Jahren die meisten Krippenplätze fehlen, sagte Haderthauer. CSU- Generalsekretär Alexander Dobrindt empörte sich vor allem über den Begriff „Gebärmaschinen“. Schwesig beleidige mit diesem Ausdruck zwei Drittel aller Eltern, nur weil sie ihr Kind nicht in eine staatliche Krippe geben. dapd/dpa

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