Streit um die Kurilen-Inseln : Russland soll Japans Luftraum verletzt haben

Zwei russische Jagdflugzeuge sollen eine Minute über japanischem Gebiet geflogen sein: Das Land prangert das als Verletzung seines Luftraumes an, während die russische Seite den Vorgang dementiert. Dahinter steckt ein jahrelanger Streit um vier Inseln.

Russischer Kampfjet vom Typ SU-27.
Russischer Kampfjet vom Typ SU-27.Foto: AFP

Im Konflikt zwischen Japan und Russland um die Hoheit über vier Kurilen-Inseln hat es nach Angaben aus Tokio einen Zwischenfall mit der Luftwaffe gegeben: Zwei Jagdflugzeuge der russischen Streitkräfte vom Typ SU-27 seien am Donnerstag etwa eine Minute lang in den japanischen Luftraum vor Hokkaido eingedrungen, teilte das Verteidigungsministerium in Tokio mit. Sogleich seien vier japanische Maschinen aufgestiegen. Das Außenministerium schickte eine Protestnote nach Moskau. Es handele sich um den ersten derartigen Zwischenfall seit fünf Jahren.
Die russische Seite dementierte umgehend: Die Maschinen der Luftwaffe seien regelmäßig in der Region unterwegs und hielten sich ohne Grenzverletzung strikt an die internationalen Regeln, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti einen Sprecher der Militärregion Ost, Roman Martow. Die insgesamt 56 Inseln der langgestreckten Kurilenkette werden seit Ende des Zweiten Weltkriegs vollständig von Moskau kontrolliert, nachdem die vier südlichsten okkupiert wurden. Der Streit um diese vier Inseln verhindert seit 65 Jahren die Unterzeichnung eines bilateralen Friedensvertrages.

Auf den Inseln befinden sich große Gold- und Silbervorkommen. Außerdem gibt es in den umliegenden Gewässern große Fischbestände. Auf den umstrittenen rund 5000 Quadratkilometer großen Inseln leben etwa 19.000 Menschen. (AFP)

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