Streit um Immunität : Erneut Schlägerei im türkischen Parlament

Dutzende türkische Parlamentsabgeordnete haben sich am Montag erneut heftige Schlägereien geliefert, bei denen es mehrere Verletzte gab. Diesmal ging es mal nicht um Kurden.

Am Donnerstag kam es im türkischen Parlament in Ankara erneut zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Abgeordneten der Regierungspartei AKP und der prokurdischen HDP.
Am Donnerstag kam es im türkischen Parlament in Ankara erneut zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Abgeordneten der...Foto: Reuters

In der Verfassungskommission im türkischen Parlament ist im Streit um die Aufhebung der Immunität von bestimmten Abgeordneten erneut eine Schlägerei ausgebrochen. Parlamentarier der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP und der pro-kurdischen HDP seien am Montag mit Fäusten aufeinander losgegangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Einige Parlamentarier seien verletzt worden. Im Fernsehen war zu sehen, wie Abgeordnete wie von Sinnen aufeinander einprügelten und sich mit Gegenständen bewarfen. Sehen Sie hier ein Video von dem Vorfall.

Die Sitzung wurde unterbrochen. In derselben Kommission war es zuletzt am Donnerstag zu Schlägereien gekommen. Am Vortag waren Abgeordnete im Plenum aufeinander losgegangen. Die Verfassungskommission debattiert über eine umstrittene Verfassungsänderung, mit der die Immunität von Abgeordneten aufgehoben würde, bei denen die Staatsanwaltschaft einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Die Verfassungsänderung soll nach Angaben aus der HDP nur einen Monat gelten und nicht vom Verfassungsgericht angefochten werden können.

Am schwersten von dem Schritt betroffen wäre die HDP, der Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan vorwirft, der parlamentarische Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein. Angaben aus der HDP zufolge droht 49 ihrer 59 Abgeordneten die Aufhebung der Immunität. Nach einem Beschluss der Kommission muss das Parlament der Verfassungsänderung allerdings noch mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen. Sollte ein Gericht danach die Abgeordneten wegen der jeweiligen Anschuldigungen verurteilen, würden nicht nur sie, sondern auch ihre Parteien die Sitze im Parlament verlieren. (dpa)

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