Streit um Raketenschild : Bush: Russland ist kein Feind

US-Präsident Bush hat den Aufbau eines Raketenabwehrsystems verteidigt. Es gebe aber keinen Grund für einen Kalten Krieg. Bush wiederholte auch das Angebot für eine enge Zusammenarbeit.

Washington/Frankfurt - US-Präsident George W. Bush hat wenige Tage vor dem G-8-Gipfeltreffen in Heiligendamm erneut seinen Wunsch nach guten amerikanisch-russischen Beziehungen und einer Verständigung mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin betont. "Meine persönliche Botschaft an Wladimir Putin ist: Es gibt keinen Grund für einen neuen Kalten Krieg", sagte Bush im ZDF. "Wir sehen Russland nicht als Feind, sondern suchen Zusammenarbeit." Abgesehen von manchen Differenzen wie über die geplante Aufstellung eines US-Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien gebe es auch viele Gemeinsamkeiten, so über die Nichtverbreitung von Atomwaffen, den islamischen Radikalismus oder die Iranfrage.

Das US-Raketenabwehrsystem sei keine Bedrohung für Russland, betonte Bush. Es solle lediglich Nato-Partner schützen. Russland könne sich gerne beteiligen. "Wir machen die Technologie transparent, offen für jede Inspektion, weil sie nicht gegen Russland gerichtet ist. Sie ist gegen einen Schurkenstaat gerichtet, der sich Atomwaffen beschaffen könnte."

Bush verteidigt Raketenschild

Auch in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" verteidigte Bush die US-Raketenabwehr. Die Stationierung von Abwehrsystemen werde die Welt nicht unsicherer machen, wie Putin behaupte, sondern Schutz vor einem feindlichem Regime wie dem in Iran bieten, sagte Bush der Zeitung.

Der US-Präsident glaubt, dass die Gefahren des internationalen Terrorismus vielfach noch unterschätzt werden. "Was mich beunruhigt ist (...), dass manche die Bedrohung nicht ernst genug nehmen", sagte Bush dem ZDF. Aber die freie Welt sollte sich vor Extremisten fürchten, die im Namen einer Ideologie morden. Es sei ein "ideologischer Konflikt zwischen Mördern, die eine Vision verbreiten wollen und uns, die wir an die Freiheit glauben". Ihm bereite es Sorgen, dass "auf lange Sicht die Wachsamkeit nachlässt", so Bush weiter. (mit dpa)

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