Streit um Urwahl : Kommission bestätigt Sieg von Copé als UMP-Parteichef

Mit der Überprüfung des Wahlergebnisses ist der Streit um die Parteispitze der französischen UMP nicht zu Ende. Zwar wurde Copé als Sieger bestätigt. Doch sein Rivale Fillon erkennt das Gremium nicht an. Als möglicher neuer Schlichter gilt nun Ex-Präsident Sarkozy.

Jean-François Copé ist der neue Chef der französischen Konservativen. Nun jetzt auch ganz sicher.
Jean-François Copé ist der neue Chef der französischen Konservativen. Nun jetzt auch ganz sicher.Foto: Reuters

Im Machtkampf um die Führung der bürgerlich- konservativen Oppositionspartei UMP hat sich Jean-François Copé vorerst durchgesetzt: Eine parteiinterne Kommission bestätigte am Montag den Wahlerfolg des bisherigen UMP-Generalsekretärs nach einer Überprüfung der Ergebnisse. Nach Parteiangaben vom Montag liegt Copé bei rund 175 000 abgegebenen Stimmen 952 Stimmen vor seinem Rivalen, dem ehemaligen Premierminister François Fillon. Bei der Entscheidung geht es um die Nachfolge des früheren Partei-Lenkers und Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Über den Ausgang der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Urabstimmung wird seit Tagen gestritten. Ein Ende des Machtkampfes ist allerdings trotz der Entscheidung der Berufungskommission nicht in Sicht. Fillon erkennt das Parteigremium bisher nicht an und will die Justiz den Fall klären lassen. Copé bezeichnete hingegen die Berufungskommission als „einzige legitime Instanz“.

Zuvor war Schatzmeister Dominique Dord zurückgetreten. Der zum Fillon-Lager gerechnete Politiker begründete seinen Rücktritt mit einem „Missbrauch“ der UMP-Mittel durch das Copé-Lager. Er könne die Atmosphäre in der Parteiführung nicht länger ertragen, sagte der 53-Jährige.

Ein Versuch des früheren Außenministers Alain Juppé, zwischen den beiden Kontrahenten zu vermitteln, war am Sonntag gescheitert. Fillon traf sich am Montag in Paris mit Sarkozy. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten Sarkozy und Copé miteinander telefoniert. Sarkozy gilt in dem Streit als letzte parteiinterne Autorität. Copé warnte davor, Sarkozy zu instrumentalisieren.

Nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Urabstimmung vor gut einer Woche war Copé zum Sieger erklärt worden. Eine erneute Abstimmung der Mitglieder lehnt Copé ab. Nach einer Umfrage befürworten 67 Prozent der UMP-Anhänger eine Wiederholung der Wahl. (dpa)

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