Politik : Strengere Vorschriften: Verordnung soll Energieverbrauch in Häusern senken

Strengere Vorschriften im Bauwesen sollen nach dem Willen der Bundesregierung in Zukunft deutliche Einsparungen bei Heizkosten ermöglichen und die daraus entstehenden Umweltbelastungen verringern. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch eine neue Energiesparverordnung, durch die der Energiebedarf von Neubauten um 30 Prozent gesenkt werden soll. Auch bei Altbauten sollen Nachrüstungsverpflichtungen und Auflagen bei Modernisierungen den Energiebedarf deutlich senken. "Durch die neue Energiesparverordnung angestoßene Modernisierungsaktivitäten ersparen dem Bürger Energiekosten, sichern Arbeitsplätze am Bau und in der Wirtschaft und nutzen dem Klimaschutz", erklärte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller nach der Kabinettssitzung. Zusätzliche Kosten seien wirtschaftlich vertretbar, da sie sich durch die Energieeinsparungen amortisierten.

Für Neubauten bedeuten die neuen Auflagen, dass künftig alle Häuser als so genannten Niedrigenergiehäuser gebaut werden. Sie verbrauchen im Schnitt nur noch sieben Liter Heizöl oder Kubikmeter Gas pro Quadratmeter und Jahr. Bislang sind noch zehn Liter Heizöl beziehungsweise Kubikmeter Gas der Durchschnitt. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye bezeichnete die Verordnung als einen "wesentlichen Schritt" zur Umsetzung der Energiesparziele der Bundesregierung. Bis zum Jahr 2005 sollen mit der neuen Maßnahme zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) weniger ausgestoßen werden. Zur beschleunigten Umsetzung der Verordnung hat die Bundesregierung zusätzlich zu bestehenden Förderprogrammen ein neues CO2-Minderungsprogramm für Altbauten aufgelegt. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sollen deutlich zinsverbilligte Kredite gewährt werden.

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