Politik : Struck wirft die K-Frage auf

SPD-Fraktionschef bringt Steinmeier und Steinbrück ins Spiel

Berlin - SPD-Fraktionschef Peter Struck hat als erster führender Sozialdemokrat die Minister Steinmeier (Äußeres) und Steinbrück (Finanzen) als mögliche Kanzlerkandidaten seiner Partei ins Gespräch gebracht. „Ich halte Frank-Walter Steinmeier für geeignet, Kanzlerkandidat zu sein“, sagte Struck der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Auch Peer Steinbrück sei „ein möglicher Kanzlerkandidat“. Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit nannte Struck nicht. Auf die Frage, ob er Wowereit versehentlich unerwähnt lasse, sagte Struck: „Nein. Nicht aus Versehen.“

Den ersten Zugriff auf die Kandidatur habe SPD-Chef Kurt Beck, betonte Struck. „Der Parteivorsitzende ist der natürliche Kanzlerkandidat.“ Beck werde seine Entscheidung Ende 2008, Anfang 2009 aber davon abhängig machen, „mit wem die SPD zu diesem Zeitpunkt die größten Chancen hat.“

In der SPD sorgten die Äußerungen für Aufsehen, das sie als Einladung zu einer Kanzlerkandidaten-Diskussion verstanden werden könnten, wie es hieß. Eine Kandidatur Becks ist nach dessen Kursschwenk im Umgang mit der Linkspartei umstritten . Vor allem Vertreter des rechten SPD-Flügels bezweifeln, dass der Vorsitzende noch über die nötige persönliche Glaubwürdigkeit verfügt. Becks Kritiker können auch auf aktuelle Umfragen verweisen, wonach der Parteichef in der Bevölkerung stark an Zustimmung verloren hat. Beck selbst will seinen Kurs gegenüber der Linken unbeirrt fortsetzen. „Ich bin nicht willens, mich dem entfachten Sturm der Entrüstung zu beugen“, sagte er am Samstag beim Bundeskongress der Naturfreunde in Mannheim. „Ich sehe nicht, dass die SPD im Clinch mit dem Vorsitzenden ist.“

Nach einem „Spiegel“-Bericht greift auch Ex-Vizekanzler Franz Müntefering Beck an. Müntefering schreibe in einem internen Papier, es sei ein Fehler gewesen, eine Zusammenarbeit der SPD mit der Linken im Westen erst zu untersagen, um sie dann zuzulassen. Nun müsse der Schaden begrenzt werden. Mit Blick auf die Bundestagswahl rät Müntefering seiner Partei zu einer Absage an eine Koalition mit der Linken im Bund: „Dies muss sich auch in den Personalentscheidungen der SPD klar abzeichnen .“ has/dpa

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