Politik : Studie des US-Außenministeriums: Rüstungsausgaben steigen wieder leicht

Die weltweiten Rüstungsausgaben, die 1996 auf einen historischen Tiefstand gesunken waren, steigen womöglich wieder. Laut einer am Montag veröffentlichten Studie des US-Außenministeriums erreichten die Ausgaben 1997 insgesamt 842 Milliarden Dollar (rund 1,82 Billionen Mark) und lagen damit zwei Prozent höher als 1996. Dies könnte die Umkehrung des Trends bedeuten, der nach Ende des Kalten Krieges begonnen hatte, hieß es in der Studie. 1987 hatten die weltweiten Rüstungsausgaben einen Höchststand erreicht, bis 1996 waren sie um 60 Prozent gesunken.

Verantwortlich für den neuerlichen Anstieg sind der Studie zufolge vor allem Entwicklungsländer: Ihr Anteil an den weltweiten Ausgaben für Rüstungsgüter betrug 1987 rund 17 Prozent, 1997 dagegen 28 Prozent - eine Summe von umgerechnet über 500 Milliarden Mark. Doch auch die Industrienationen "könnten das Ende der Ausgabenkürzungen erreicht haben", so der für Waffenkontrolle zuständige US-Staatssekretär John Holum. In der Studie wurde der Zeitraum von 1987 bis 1997 untersucht. Entwicklungsländer - vor allem in Südamerika, Nordafrika sowie Süd- und Ostasien - gaben seit 1995 immer mehr Geld für Rüstungsgüter aus.

Die höchsten Ausgaben für Rüstungsgüter hatten 1997 absolut gesehen aber die USA, mit umgerechnet fast 600 Milliarden Mark oder 33 Prozent der weltweiten Ausgaben. An zweiter Stelle folgte China, den dritten Platz belegten Russland und Frankreich. Es folgen Japan, Großbritannien, Deutschland, Italien, Saudi-Arabien und Südkorea. Eine gleichzeitig veröffentlichte Studie der Forschungsabteilung des US-Kongresses zeigt, dass die USA, Russland und Frankreich den Rüstungsgütermarkt von 1996 bis 1999 dominierten. Größte Abnehmer waren in diesem Zeitraum die Vereinigten Arabischen Emirate, Indien und Saudi-Arabien.

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