Politik : Studie: Die meisten Türken in Deutschland sind mit Einkommen zufrieden

Andrea Claudia Hoffmann

Bis zu 90 Prozent der in Deutschland lebenden Türken werden sich in den kommenden zehn Jahren einbürgern lassen. Das schätzt Bülent Arslan, Leiter des Meinungsforschungsinstitus Final Consulting in Düsseldorf. "Nachdem zuerst vor allem gebildete und ökonomisch besser gestellte Türken die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt haben, kommen jetzt auch die Nachahmer zum Zuge", so Arslan. Im Auftrag der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung hat sein Institut eine Umfrage zu individuellen Perspektiven und Problemen von Türken und türkisch-stämmigen Menschen in Deutschland erhoben.

Deutsche Staatsbürger türkischer Herkunft erwiesen sich dabei in allen Bereichen als besser integriert als Türken ohne die deutsche Staatsbürgerschaft. Ob das ein Ergebnis oder die Ursache für ihre Einbürgerung ist, lässt die Studie allerdings offen. Als Indizien für eine erfolgreiche Integration legte das Institut Sprachkenntnisse, die Eingliederung ins Arbeitsleben, Zukunftserwartungen und die Beurteilung der eigenen Lebenssituation zugrunde.

Aber auch Türken ohne deutschen Pass beurteilen ihre persönliche Lebenssituation in Deutschland erstaunlich positiv und optimistisch, die mit deutschem Pass noch etwas besser. So schätzen nur zehn Prozent aller Türken ihre finanzielle Situation als schlecht ein, 55 Prozent dagegen als gut oder sehr gut. Über 60 Prozent der 329 Befragten sagen, sie hätten es in Deutschland weit gebracht. Auch ihre Zukunftserwartungen sind weitgehend positiv: 80 Prozent erwarten, dass es ihre Kinder einmal weiter bringen werden als sie.

Trotzdem fühlt sich eine deutliche Mehrheit von 70 Prozent der Türken von ihren deutschen Mitbürgen als Menschen zweiter Klasse behandelt. Die Bekämpfung von Rechtsradikalismus und an zweiter Stelle die Gleichstellung von Ausländern halten die Türken deshalb für das vordringlichste Problem in Deutschland, noch vor der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Als wichtiger Integrationsindikator gelten gute Kenntnisse der deutschen Sprache: Auch verfügten die Besitzer eines deutschen Passes über einen deutlichen Vorsprung. Ihr Freundeskreis setzt sich häufiger als bei der Vergleichsgruppe auch aus Nicht-Türken zusammen.

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