Politik : Studie: Hartz IV lässt Armut bei Kindern steigen

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Berlin Die Zahl der Kinder, die von Sozialhilfe leben müssen, wird nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerks durch die Hartz-IV-Reformen vorübergehend ansteigen. Bund, Länder und Kommunen müssten gemeinsam für bessere Betreuung und Entlastung von Kindern sorgen, so dass nicht nur das „Fordern“, sondern auch das „Fördern“ Realität werde, sagte Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger am Montag bei der Vorstellung des „Kinderreport Deutschland 2004“. „Wenn diese Investitionen tatsächlich getätigt werden, verspreche ich mir eine Entlastung“, sagte Krüger.

Der Bericht belegt, dass Kinderarmut zunimmt und besonders Kinder unter sieben Jahren und Kinder von allein Erziehenden trifft. Insgesamt leben laut Studie rund 1,1 Millionen Minderjährige von der Sozialhilfe. Das sind rund 37 Prozent aller Empfänger. Während der Anteil der Sozialhilfeempfänger von 1991 bis 2002 um 0,8 auf 3,3 Prozent anstieg, war bei den Minderjährigen im selben Zeitraum ein Zuwachs von 1,9 auf 6,7 Prozent zu verzeichnen. Familienministerin Renate Schmidt (SPD) wies die Zahlen als „fernab jeglicher Realität“ zurück. Der Schirmherr des Reports, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), sagte voraus, dem Großteil der Sozialhilfeempfänger mit Kindern werde es nach den Arbeitsmarktreformen besser gehen.hmt

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