Politik : Studie: Reiche Länder zahlen nur noch halb soviel Entwicklungshilfe wie vor 40 Jahren

-

London Die reichen Länder haben ihre Entwicklungshilfe in der Vergangenheit drastisch gekürzt. Nach einem Bericht der internationalen Hilfsorganisation Oxfam zur weltweiten Armut leisten sie nur noch halb soviel Entwicklungshilfe wie in den 60er Jahren, obwohl sich ihr Wohlstand seitdem verdreifacht hat.

„Die reichen Nationen geben immer weniger“, sagte Oxfam-Direktor Jeremy Hobbs. Er rief die G-7-Länder auf, im Jahr 2005 durch Schuldenerlass, mehr Entwicklungshilfe und faire Welthandelsregeln „einen historischen Durchbruch zum Abbau der Armut zu erreichen“. Die armen Länder müssten heute 100 Millionen Dollar pro Tag für ihren Schuldendienst aufbringen. Für jeden Dollar, den sie an Entwicklungshilfe erhalten, zahlten sie jedoch 1,44 Dollar für die Schulden zurück.

Das Ziel der UN, die weltweite Armut bis 2015 zu halbieren, rücke „in schier unerreichbare Ferne“, hieß es weiter. Wenn der gegenwärtige Trend nicht umgekehrt werde, würden bis 2015 mindestens 45 Millionen Kinder mehr an armutsbedingten Ursachen sterben. Zudem habe kein G7-Staat die eigene Vorgabe von 1970 erfüllt, 0,7 Prozent des Brutto- nationaleinkommens für Entwicklungshilfe zu verwenden. Nur 40 Prozent der Finanzmittel, die als offizielle Entwicklungshilfe gelten, gingen in die ärmsten Länder. 20 Prozent der EU-Entwicklungshilfe werde mindestens ein Jahr zu spät ausgezahlt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben