Studie von Sipri : Waffenhandel auf höchstem Stand seit 1990

Die Zeit der Entspannung ist vorbei. Im vergangenen Jahrzehnt hat der Waffenhandel laut dem Institut Sipri stetig zugelegt. Mehr als die Hälfte der Rüstungsexporte stammen aus den USA und Russland.

Russische Waffen bei einer Luftfahrtausstellung
Russische Waffen bei einer LuftfahrtausstellungFoto: dpa/EPA/Maxim Shipenkov

Ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des Kalten Krieges hat der weltweite Waffenhandel wieder deutlich zugelegt. Nach dem jüngsten Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri erreichte der Waffenexport in den vergangenen fünf Jahren sein größtes Volumen seit 1990. Zwischen 2012 und 2016 war der Rüstungstransfer demnach 8,4 Prozent höher als zwischen 2007 und 2011.

Die größten Exporteure waren nach Angaben von Sipri die USA und Russland. Zusammen beherrschten sie 56 Prozent des Marktes, gefolgt von China, das in dem weltweiten Ranking Platz drei einnahm (6,2 Prozent). Die deutschen Exporte gingen demnach in den vergangenen fünf Jahren um 36 Prozent zurück. Im Ranking stand Deutschland mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent auf Platz 5 der Rüstungsexporteure, hinter Frankreich mit 6 Prozent an vierter Stelle.   

„Die USA versorgen weltweit mindestens 100 Länder mit Waffen - deutlich mehr als jeder andere Zulieferstaat“, sagte Aude Fleurant, Direktorin des Sipri-Waffen- und Militärausgabenprogramms. Gehandelt würden Flugzeuge mit Cruise Missiles und anderer präzisionsgeführter Munition sowie die neueste Generation von Luft-und Raketenabwehrsystemen.

Russland mit seinem Anteil von 23 Prozent am Export belieferte hauptsächlich Indien, Vietnam, China und Algerien.

Der größte Importeur von Waffen war dem Bericht zufolge Indien mit 13 Prozent der globalen Summe.

Doch auch Staaten im Nahen Osten haben in den vergangenen zehn Jahren wieder kräftig aufgerüstet. Saudi-Arabien war zwischen 2012 und 2016 der zweitgrößte Waffenimporteur mit einem Anstieg von 212 Prozent gegenüber der Periode 2007 bis 2011. „Trotz des niedrigen Ölpreises haben die Länder in der Region im Jahr 2016 weitere Waffen bestellt, die sie als entscheidende Instrumente für den Umgang mit Konflikten und regionalen Spannungen sehen“, sagte Pieter Wezemann.

Auch in Südostasien stieg dem Bericht zufolge die Nachfrage nach Rüstungsgütern. Vietnam machte bei den Importeuren einen besonders großen Sprung von Platz 29 auf Platz 10. „Da es keine regionalen Rüstungskontrollmechanismen gibt, werden die Staaten in Asien ihre Arsenale weiter ausbauen“, sagte der Sipri-Forscher Siemon Wezeman.

Generell sind es gute Zeiten für die Hersteller von Rüstungsgütern. Die Börsenkurze vieler Firmen aus den USA und Deutschland sind seit der Wahl von Donald Trump gestiegen. (dpa)

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