• Studiengebühren in England und Frankreich: Britische Universitäten fordern bis zu 9000 Pfund im Jahr

Studiengebühren in England und Frankreich : Britische Universitäten fordern bis zu 9000 Pfund im Jahr

Während sich die deutsche Bildungspolitik nach Versuchen in mehreren Bundesländern von den Studiengebühren verabschiedet, sind sie international durchaus üblich. Wie regeln das andere EU-Länder?

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Foto: dapd
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Als 1998 Studiengebühren in Großbritannien eingeführt wurden, hielt sich die Aufregung in Grenzen. Waren die Beiträge doch auch auf eher symbolischem Niveau. Wirkliche Kontroversen begleiteten dann die erste drastische Erhöhung auf einen jährlichen Satz von 3000 Pfund (damals etwa 4500 Euro) unter Labour. Eine zweite Erhöhung im Dezember 2010 auf bis zu 9000 Pfund (nach heutigem Stand 11 250 Euro), führte zu massiven Straßenprotesten und Krawallen. Der Studienjahrgang 2012/13 ist der erste, der die neuen Beträge voll bezahlen muss.

Die Gebühren zielen zum einen darauf, dass staatliche Zuschüsse knapper ausfallen und der Rest von der Lehre auf die Forschung umgelenkt wird. Auch sollen Bachelor-Studenten für die Kosten ihres Grundstudiums selbst aufkommen, sie könnten im späteren Berufsleben mit höheren Einkommen rechnen. Theoretisch ermöglichen Studienkredite aber jedem das Studium. Da die Rückzahlung wie eine Steuer vom Einkommen eingezogen wird, nur bei Überschreiten gewisser Einkommensgrenzen und über einen langen Zeitraum erfolgt, haben die Gebühren den Charakter einer Graduiertensteuer. Universitäten ist freigestellt, wie viel sie bis zur Obergrenze verlangen. Eliteunis fordern die Abschaffung der Obergrenze.

In diesem Jahr haben sich in England und Wales zehn Prozent weniger Studenten beworben als im Vorjahr. Umstritten ist, inwieweit Studenten von Gebühren abgeschreckt wurden oder ob vor allem der Rückgang der Jahrgangszahlen und ein überdurchschnittlicher Anstieg im Vorjahr die Zahlen beeinflusst hat, als viele auf das traditionelle „Gap Year“ verzichteten, um den Gebühren zuvorzukommen.

Umsonst ist das Studium auch in Frankreich nicht, aber im Vergleich erschwinglich. Eine Studiengebühr gibt es nicht, stattdessen heißt es Einschreibegebühr. Für das Studienjahr 2012/13 beträgt diese für Studienanfänger an allgemeinen Universitäten 181 Euro. Für den Masterkurs oder ein Doktorat beläuft sie sich auf 250 und 380 Euro. Hinzu kommt neben kleineren Beträgen für Sport und Kultur ein Beitrag von 207 Euro zur Krankenversicherung. Die Gebühren werden jedes Jahr per Gesetz festgelegt. Für spezialisierte Hochschulen sind zum Teil etwas höhere Beiträge fällig. Möchte man an einer Grande École studieren, werden die Beträge vierstellig. Besonders teuer sind auch die angesehenen Handelshochschulen mit 3000 bis 4000 Euro.

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