Politik : Studienlust geringer als im Westen - vor allem Frauen wollen nicht an die Unis und FHs

In Ostdeutschland hat die Neigung zum Studieren deutlich nachgelassen. Bildungsexperten haben vor einem Mangel an akademischem Nachwuchs in den neuen Bundesländern gewarnt. Der Staatssekretär im Bildungsministerium, Wolf Michael Catenhusen (SPD), sagte am Dienstag in Berlin, vor allem der Anteil der studierwilligen Frauen sei in Ostdeutschland deutlich geringer als im Westen. Dabei qualifizierten sich in den neuen Ländern mehr Frauen als bisher für ein Studium. Auch bei ostdeutschen Männern und Frauen zusammengenommen gehe die Abiturientenzahl zurück, die mit dem Studium begonnen hätten oder dies planten. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, warnte vor einem Mangel an Akademikern in den Naturwissenschaften, der Biotechnologie und Informationstechnik.

Im Jahr 1990 hätten noch 80 Prozent der ostdeutschen Abiturienten ein Studium begonnen, 1996 nur noch 60 Prozent, sagte Catenhusen. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl in den alten Bundesländer nur von 76 Prozent auf 67 Prozent zurückgegangen. Hauptgrund für den Studienverzicht sei der Wunsch, schnell Geld zu verdienen. Außerdem würden viele Berufswünsche keine Studium erfordern, hieß es weiter. Josef Siegers von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände wies daraufhin, dass so der ohnehin angespannte Ausbildungsmarkt im Osten weiter belastet werde.

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