''Sturm 34'' : Haftstrafen für Rädelsführer gefordert

Im Prozess gegen die verbotene rechtsextreme Kameradschaft "Sturm 34" hat die Staatsanwaltschaft Haftstrafen für den mutmaßlichen Rädelsführer und dessen Bruder gefordert. Ihnen werden Bildung einer kriminellen Vereinigung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

DresdenIm Gerichtsverfahren um die verbotene Neonazi-Gruppe "Sturm 34" aus dem sächsischen Mittweida hat die Staatsanwaltschaft zum Teil Jugendstrafen ohne Bewährung gefordert. Für zwei der fünf Angeklagten plädierte sie am Montag am Landgericht Dresden auf Haftstrafen von zweieinhalb Jahren sowie zwei Jahren und zwei Monaten. Unter anderem sah sie die Vorwürfe der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie der Körperverletzung als erwiesen an.

Für zwei weitere Angeklagte wurden Jugendstrafen auf Bewährung gefordert. Der älteste der Männer, der als Informant des Staatsschutzes gearbeitet hat, könnte ohne Strafe davonkommen. Die Staatsschutzkammer am Landgericht Dresden will die Urteile gegen die Beschuldigten zwischen 19 und 40 Jahren am Mittwoch verkünden.

Keine Schlägertruppe

Bei "Sturm 34" habe es sich durchaus um eine kriminelle Vereinigung gehandelt, sagte Staatsanwältin Beatrice Baumann. "Die Darstellung als Sauf- und Schlägertruppe trifft nicht zu." Die Verteidigung sieht für diese Einschätzung keinen Beweis. Die Körperverletzung in mehreren Fällen wurde dagegen überwiegend eingeräumt. Die Männer sollen 2006 in der Region mehrmals brutal gegen Andersdenkende vorgegangen sein.

Seit April wird in Dresden gegen die mutmaßlichen "Sturm 34"- Mitglieder verhandelt. Die Neonazi-Kameradschaft soll Anfang März 2006 in Mittweida gegründet worden sein. Laut Anklage sollte in der Region mit Gewalt eine "national befreite Zone" entstehen. Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) hatte die Gruppierung im April 2007 nach zahlreichen Übergriffen auf Ausländer und Andersdenkende verboten. (sgo/dpa)

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