Stuttgart 21 : Ikone des Protests

Das Bild des verletzten Demonstranten Dietrich Wagner ist zur Ikone des Protest gegen Stuttgart 21 geworden. Doch zur Entstehungsgeschichte des Fotos gibt es zwei Versionen.

Dietrich Wagner hat viel Besuch bekommen. Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) war am Montag im Stuttgarter Marienhospital, zuvor hatten ihn Stuttgart-21- Gegner besucht. Seit der Eskalation des Konflikts um den Stuttgarter Hauptbahnhof steht er im Mittelpunkt eines Streits, in dem es um mehr als ein Bauwerk geht. Am vergangenen Donnerstag hat ihn ihm Schlossgarten der Strahl eines Wasserwerfers schwer getroffen. Das Foto davon erzielt noch mehr Wirkung, wenn man weiß, dass er „im Moment erblindet“ ist. Und weil Bilder so stark sind, hat es der Landesregierung mehr geschadet als das Abholzen alter Bäume, für deren Erhalt Wagner gekämpft hat.

Dabei gibt es zwei Versionen zur Entstehungsgeschichte des Fotos. Die des 66-Jährigen. Und die der Polizei. Wagner sagt, er habe versucht, Jugendlichen zu helfen. Er habe den Beamten signalisieren wollen, den Einsatz abzubrechen, dazu beide Arme erhoben und gewunken. Dann habe er einen „sehr starken Strahl“ abbekommen. Die Polizei widerspricht. „Wir haben den Mann hinter den Barrikaden immer wieder beiseite genommen“, sagt Polizeipräsident Siegfried Stumpf. Doch er sei immer wieder zurückgelaufen und habe sich direkt in den Strahl gestellt.

Es gibt ein Foto, das den Eindruck vermittelt, Wagner stehe in Siegerpose im Strahl eines Wasserwerfers. Die „Bild“ schreibt, er habe mit Gegenständen geworfen. Auch dazu gibt es ein Foto. Dass die Besuchserlaubnis wenig geändert hat, zeigt die Tatsache, dass Wagner Rech wegen Körperverletzung angezeigt hat. (Tsp)

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