Politik : Stuttgarter OB-Kandidat stellt Bedingungen für Wahlverzicht

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Stuttgart Der Stuttgarter Oberbürgermeisterkandidat der Grünen, Boris Palmer, will seine Entscheidung über einen Rückzug beim zweiten Wahlgang von politischen Bedingungen abhängig machen. Er werde mit Amtsinhaber Wolfgang Schuster (CDU) und SPD-Bewerberin Ute Kumpf besprechen, „was sie für meine Wählerinnen und Wähler tun wollen“, teilte er am Montag mit. Palmer lag bei der Wahl am Sonntag mit 21,5 Prozent hinter Schuster (43,5 Prozent) und Kumpf (32,8) auf Platz drei. Da alle nicht die notwendigen 50 Prozent erreichten, wird am 24. Oktober erneut gewählt. Dann reicht die einfache Mehrheit.

Palmer kündigte für Dienstag eine Pressekonferenz an. Ein Sprecher Schusters sagte, aus Sicht des Rathauschefs gebe es in einigen inhaltlichen Punkten Dissens, aber auch viele Übereinstimmungen mit den Anliegen Palmers. Schuster rechne damit, zahlreiche Palmer-Wähler gewinnen zu können, sollte dieser nicht mehr antreten. Die SPD-Politikerin Kumpf wolle erst mit Palmer reden, hieß es von ihrem Sprecher.

Der wohl wichtigste Punkt für Palmer ist das von ihm abgelehnte Milliardenprojekt Stuttgart 21 mit dem Umbau des Hauptbahnhofes in eine unterirdische Durchgangsstation. Palmer sagte, Kumpf habe ihm in diesem Zusammenhang Populismus vorgeworfen und sein schlechtes Abschneiden als Votum für das Projekt interpretiert. „Wenn sie dabei bleibt, wüsste ich nicht, was ich für sie tun könnte“, erklärte der Grünen-Politiker.

Bei der OB-Wahl vor acht Jahren war der Grünen-Kandidat Rezzo Schlauch im zweiten Durchgang nur knapp Schuster unterlegen. Die SPD hatte seinerzeit bis zuletzt an ihrem chancenlosen Kandidaten Rainer Brechtken festgehalten. dpa

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