Suche nach Atommüll-Endlager : Es hat sich gelohnt

Quälende Debatte, nicht enden wollende Sitzungen, harte Konflikte: Die Endlagerkommission hat sich nichts geschenkt, aber einen beachtlichen Kompromiss ausgehandelt. Ein Kommentar.

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"Bergwerk Salzstock Gorleben". Es blieb der Spaltpilz bis in die letzte Sitzung der Endlagerkommission hinein.
"Bergwerk Salzstock Gorleben". Es blieb der Spaltpilz bis in die letzte Sitzung der Endlagerkommission hinein.Foto: Philipp Schulze/dpa

Jörg Sommer hat sich getraut. Der Vorsitzende der Deutschen Umweltstiftung stimmte in der Nacht zum Dienstag dem Abschlussbericht der Endlagerkommission zu, an dem er selbst zweieinhalb Jahre lang mitgearbeitet hatte. Der BUND dagegen, der seinen Vizepräsidenten Klaus Brunsmeier in die Kommission geschickt hatte, verweigerte die Zustimmung am Ende. Der gesellschaftliche Großkonflikt um den Atommüll ist also noch nicht ganz gelöst. Zumal auch Bayern schon wieder einen Sonderweg auf Kosten aller anderen angedroht hat und verhindern will, dass auch im Kristallingestein nach einem Endlager für die abgebrannten Brennelemente aus dem deutschen Atom-Irrtum gesucht wird. Dennoch hat die Endlagerkommission eine gute Grundlage für die Suche nach einem Endlagerstandort erarbeitet. Das war mühsam. Für alle Beteiligten war die Diskussion eine echte Tortur. Aber sie haben sich um Kompromisse bemüht, die auch den politischen Nahkampf im Bundestag überleben können. Die Kommission hat zudem Verfahren und Beteiligungsformen erfunden, die auch für andere Großprojekte zum Vorbild werden könnten. Die Mühe hat sich gelohnt.

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