Suchtbekämpfung : Bundesrat will Heroin abgeben

Die Länderkammer wird im Bundestag eine Gesetzesinitiative einbringen, um die in sieben deutschen Städten erprobte Abgabe von reinem Heroin an Schwerstabhängige gesetzlich abzusichern.

BerlinDanach soll das reine Heroin, auch genannt "Diamorphin", als verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft und nur an über 23 Jahre alte Patienten abgegeben werden, die bereits mindestens zwei erfolglose Therapien hinter sich haben.

Hintergrund sind Modellprojekte in Bonn, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln und München, an denen mehr als 100 Schwerstabhängige teilgenommen haben. Dabei haben 500 von ihnen das synthetische Heroin-Präparat Diamorphin erhalten, während die andere Hälfte mit Methadon behandelt wurde. Dabei wurde der Vorlage zufolge mit der Diamorhin-Therapie hinsichtlich der gesundheitlichen Verbesserung und des Rückgangs illegalen Drogenkonsums ein "signifikant größerer Effekt" als bei der Methadonbehandlung erzielt.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Birgit Schnieber-Jastram (CDU) begründete die Initiative in der Länderkammer damit, dass die bisher erteilten Ausnahmegenehmigungen für das Projekt lediglich eine Übergangslösung seien. Sie verwies zudem darauf, dass das seit 2002 laufende Modellprojekt "beachtliche Erfolge" erzielt habe. Auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk (SPD), warb für den Gesetzentwurf. Dieser sei ein wichtiger Baustein einer guten Drogenpolitik in Deutschland. (mit ddp)

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