Sudan : Ärzte ohne Grenzen fordert mehr Hilfe für Darfur

In ihrem Jahresbericht warnt die Hilfsorganisation vor einer Verschlechterung der Lage in der Krisenregion. Der Respekt für ihre Helfer sei deutlich gesunken. Mit der Spendenbereitschaft der Deutschen ist Ärzte ohne Grenzen zufrieden.

BerlinDie Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat mehr Hilfe für die Menschen in der sudanesischen Provinz Darfur gefordert. Mehr als zwei Millionen Flüchtlinge bräuchten dringend Lebensmittel und medizinische Versorgung, erklärte die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen bei der Vorstellung ihres Jahresberichts in Berlin.

In Darfur wird die schwarzafrikanische Bevölkerung seit vier Jahren von regierungstreuen arabischen Reitermilizen terrorisiert. Dabei wurden bislang mehr als 200.000 Menschen, meist Zivilisten, getötet. Besonders bedrohlich sei die Lage für Flüchtlinge, die nicht in Lagern lebten. "In der Gebirgsregion Dschebel Marra sind Tausende Menschen seit Monaten auf der Flucht. Unsere Teams erreichen sie nur mit Eseln oder zu Fuß", sagte Joost Butenop, stellvertretender Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen.

Die Hilfsteams gehen immer größere Risiken ein

Die Menschen litten an Hunger, Durchfallerkrankungen, Haut- und Atemwegsinfektionen. Die Arbeitsbedingungen für Hilfsorgansationen verschlechterten sich in dem Klima der Gewalt, der Respekt für humanitäre Organsationen sei deutlich gesunken. "Unsere Teams überlegen jede Woche aufs Neue, welche Gefahr sie auf sich nehmen können", sagte der Arzt.

Darfur gehört zu den größten Programmen von Ärzte ohne Grenzen. Die Spendenbilanz von 'der deutschen Sektion für das Jahr 2006 beläuft sich dem Bericht der Organisation zufolge auf 33,8 Millionen Euro. Damit hätten die Einnahmen sich auf "hohem Niveau stabilisiert". Vorstandsvorsitzender Tankred Stöbe deutete an, dass dies gegenüber den "Tsunami-Jahren" 2004 und 2005 weniger sei, die Organisation sei aber "zufrieden".

In Darfur soll bald eine 26.000 Mann starke UN-Friedensmission stationiert werden. Die andauernden Massaker an der Zivilbevölkerung in der Region hatten zuvor weltweit für Entrüstung gesorgt, der britische Premierminister Gordon Brown sprach vom "größten humanitären Desaster" der Welt. Die Entsendung der Mission, die am 31. Juli vom UN-Sicherheitsrat beschlossen wurde, dürfte Monate in Anspruch nehmen, mit einer vollständigen Stationierung ist nicht vor der Jahreswende zu rechnen. (mit AFP)

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