Politik : Sudan: Entführer erpressen UN Zugriff auf Lebensmittel verlangt

NAME

Nairobi/Lokichokio (dpa). Eine Milizgruppe im Südsudan hat sich zu der Entführung zweier deutscher und eines kenianischen Entwicklungshelfers der Organisation World Vision bekannt. Kurz nach der Freilassung einer der beiden deutschen Geiseln am Donnerstag ging ein Bekennerschreiben der „Südsudanesischen Befreiungsbewegung“ (SSLM) bei der Organisation ein. In der kenianischen Hauptstadt Nairobi nahmen UN-Vertreter am Freitag die Verhandlungen mit SSLM- Vertretern auf. Eine World-Vision-Sprecherin rechnete mit einem baldigen Durchbruch bei den Gesprächen.

„Derzeit wird die Entsendung eines Rotkreuz-Flugzeugs mit Nahrung, Medikamenten und Decken für die Gefangenen vorbereitet“, sagte Alison Preston in Nairobi. In dem Bekennerschreiben, das auch dem Krisenstab des Auswärtigen Amts vorliegt, erläutert ein Sprecher der SSLM, der Überfall vom Montag in dem Ort Waat habe die Befreiung von 14 eigenen Männern zum Ziel gehabt, die von der gegnerischen Miliz der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) gefangen gehalten wurden.

Die SSLM bedauere ausdrücklich den Tod eines kenianischen Entwicklungshelfers, der bei der Aktion ums Leben kam.

Nach Informationen aus Vermittlerkreisen in Nairobi und der grenznahen nordkenianischen Ortschaft Lokichokio forderten die Entführer die Kontrolle über einen Teil der Lebensmittellieferungen der Vereinten Nationen (UN) in der Provinz Oberer Nil. Die Milizgruppe wolle offenbar mit ihrer Gewalttat erreichen, dass ein Teil der rund 70 000 Tonnen Nahrungsmittel, die das UN- Welternährungsprogramm (WFP) jährlich in den Südsudan liefert, durch die Kanäle der SSLM fließt. Dazu sagte UN-Sprecher Farhan Haq in New York: „Die Vereinten Nationen unterstützen Geiselnehmer generell nicht mit Lösegeld oder einer anderen Belohnung.“ Dennoch hoffe man sehr auf die baldige Befreiung der letzten beiden Geiseln.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben