Sudan : Flugzeug mit über 100 Insassen entführt

Ein im Sudan von Unbekannten entführtes Passagierflugzeug mit mehr als hundert Menschen an Bord ist am Dienstag in Libyen gelandet. Wer hinter der Tat steckt, ist bislang unklar.

DubaiDie Maschine vom Typ Boeing 737 sei in der libyschen Wüstenstadt Kufra im Süden des Landes eingetroffen, teilte der Chef der sudanesischen Fluggesellschaft Sun Air, Mortada Hassan, knapp vier Stunden nach der Entführung der Maschine mit. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP aus Sicherheitskreisen hatte das Flugzeug zuvor keine Landeerlaubnis in Ägypten erhalten.

Offenbar war das Flugzeug am Nachmittag in Nyala, der größten Stadt der sudanesischen Krisenregion Darfur, gestartet. 20 Minuten nach dem Start habe der Pilot dem Flughafen Nyala gemeldet, dass die Maschine entführt worden sei und sich auf dem Weg in die libysche Hauptstadt Tripolis befinde, sagte ein Sun-Air-Mitarbeiter, der seinen Namen nicht nennen wollte. Es sei unklar, wer hinter der Entführung stecke.

Unter den Passagieren sollen nach inoffiziellen Angaben mindestens drei Lokalpolitiker aus der Konfliktregion Darfur sein. Dort kämpfen mehrere Rebellengruppen gegen die Regierung. Wenige Stunden vor der Entführung hatte es bei einem Gefecht in dem Flüchtlingslager Kalma Dutzende von Toten gegeben.

Die libyschen Behörden hätten eine Landung zunächst verweigert, angesichts knapper Treibstoffreserven des Flugzeugs dann aber doch zugesagt, sagte Hassan. Demnach waren 95 Passagiere sowie sieben Besatzungsmitglieder an Bord.(mfa/AFP/dpa)

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