Sudan : Mehr als eine Million Menschen in Lebensgefahr

Die Ausweisung von 16 Hilfsorganisationen aus Darfur hat nach Angaben der UN verheerende Folgen: Für mehr als eine Million Menschen könnte jede Hilfe zu spät kommen.

Aus Protest gegen den internationalen Haftbefehl gegen Präsident Omar al-Baschir hatte die sudanesische Regierung Anfang März 16 Hilfsorganisationen des Landes verwiesen. Einem UN-Bericht zufolge könnte diese Entscheidung nun mehr als eine Million Menschen das Leben kosten.

Die Vereinten Nationen können die schlimmsten Lücken bei der Versorgung von Flüchtlingen in den nächsten Wochen zwar noch füllen, schrieb UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in dem Report an den Sicherheitsrat. Auf Dauer lasse sich die Hilfe aber nicht garantieren. "Die im Mai beginnende Regenzeit wird die Lage wohl noch entscheidend verschlimmern." Anzeige

Ban appellierte an die sudanesische Regierung, die Hilfsorganisationen schnellstmöglich wieder ins Land zu lassen. Außerdem rief er die UN-Mitgliedsländer erneut dazu auf, endlich die angeforderten Hubschrauber und das notwendige Personal für die gemeinsame Blauhelmtruppe von Afrikanischer Union und UN (UNAMID) zur Verfügung zu stellen. Ende März waren erst Zweidrittel der erhofften fast 20.000 Soldaten vor Ort.

Sudans Präsident droht dem Westen

Im Würgegriff des Tyrannen: Sudans Präsident Baschir treibt Hilfsorganisationen aus dem Land. Er sieht in ihnen Agenten des Westens. Tausenden Flüchtlingen in Darfur droht eine neue Katastrophe "

Seit 2003 tobt in der sudanesischen Region Darfur ein erbitterter Bürgerkrieg. Mehr als zwei Millionen Menschen haben inzwischen ihre Heimat verloren und sind auf Unterstützung angewiesen. (kg, dpa)

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