Südamerika-Reise : Westerwelle wirbt in Brasilien um WM-Aufträge

Außenminister Guido Westerwelle hat vor der Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 in Brasilien um Aufträge für deutsche Firmen geworben.

Rio de JaneiroDie beiden sportlichen Großereignisse brächten einen "enormen wirtschaftlichen Impuls", sagte Westerwelle am Freitag in einer Rede vor Unternehmern in Rio de Janeiro. "Wir möchten Ihnen anbieten, dass wir bei der Vorbereitung von Deutschland aus mitwirken. Das gilt für die Politik, für den Sport, aber auch für Unternehmen." Der Besuch in Rio war der Abschluss von Westerwelles einwöchiger Südamerika-Reise.

Der FDP-Chef verwies mit Blick auf WM und Olympia auf große Infrastrukturprojekte wie den Bau von neuen Straßen und Zug-Verbindungen. Deutschland sei ein Land, das Infrastruktur "gut organisieren" könne. Unter anderem hoffen Siemens und das Transrapid-Konsortium auf Aufträge bei dem mehr als 13 Milliarden Euro umfassenden Projekt "Trem-Bala". Der Hochgeschwindigkeitszug soll bis 2016 laufen und die Millionen-Metropolen São Paulo und Rio verbinden. In Rio finden 2016 die Olympischen Sommerspiele statt.

Erneut lobte Westerwelle in seiner Rede Brasilien als wichtigen "strategischen Partner" Deutschlands. Die Interessen reichten weit über Wirtschaftsinteressen hinaus. "Wir wissen, dass wir im Geiste sehr eng verbunden sind." Weitere Stationen der Reise waren zuvor Chile, Argentinien und Uruguay. Überschattet wurde der Aufenthalt auf dem südamerikanischen Kontinent von Vorwürfen, Westerwelle nehme befreundete Geschäftsleute mit auf Reisen.

Von der mitreisenden Wirtschaftsdelegation bekam Westerwelle demonstrativ Lob und Rückendeckung. "Die klare politische Flankierung der deutschen Wirtschaft durch den Bundesaußenminister war das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt", sagte der Vorsitzende des Lateinamerika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Bodo Liesenfeld, am Donnerstagabend in São Paulo. EADS-Vorstand Stefan Zoller sagte, die Begleitung von Projekten durch die Politik sei "Voraussetzung für erfolgreiche Geschäfte".

Der Außenminister selbst hatte kurz zuvor in einer Grundsatzrede vor deutschen und brasilianischen Unternehmern betont, dass Investitionen in Brasilien auch Arbeitsplätze in Deutschland sicherten. "Wenn das Auslandsgeschäft gut läuft, ist das auch gut für Arbeitsplätze bei uns. Wer Märkte verschläft, den bestraft das Leben." (dpa)

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