Südkorea : 50.000 protestieren gegen Rindfleisch aus den USA

In Südkorea sind erneut zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rindfleischimporte aus den USA zu protestieren. Wegen der Öffnung des Marktes steckt das Land in einer schweren Regierungskrise.

Südkorea
Zehntausende versammeln sich auf den Straßen von Südkoreas Hauptstadt Seoul. -Foto: AFP

SeoulZehntausende Südkoreaner haben am Samstag gegen die Einfuhr von US-Rindfleisch protestiert und den Rücktritt von Präsident Lee Myung Bak gefordert. Die Polizei sprach von 50.000 Teilnehmern, die Organisatoren schätzten die Zahl zehnmal höher. Die Demonstranten zogen durch die Hauptstadt Seoul und riefen "Lee Myung Bak weg!". Katholische und protestantische Geistliche führten den Zug an. Die Organisatoren wollten dadurch Zusammenstöße mit Polizisten verhindern. Erst am vergangenen Sonntag waren bei gewalttätigen Protesten mehr als 200 Menschen verletzt worden.

Die südkoreanische Regierung hatte den Importstopp für US-Rindfleisch, den sie aus Furcht vor BSE erlassen hatte, im April aufgehoben. Die USA hatten angedroht, ein separates Freihandelsabkommen mit Südkorea nicht zu ratifizieren, wenn das Land seinen Rindfleisch-Markt nicht öffnet. Kritiker bemängeln, dass es keine ausreichenden Sicherheitskontrollen für das importierte Rindfleisch gebe. Die Proteste gegen die Öffnung des Rindfleischmarktes stürzten Südkorea in eine schwere Regierungskrise. (ut/AFP)

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